Continentale SELECT: Was der neue PKV-Tarif ab November 2026 kann und wo er an Grenzen stößt
Zum 1. November 2026 bekommt die Tarifpalette der Continentale Zuwachs. Der neue Krankenvollversicherungstarif heißt SELECT, richtet sich an Angestellte und Selbstständige und wird im Prospekt als „smart, stark und flexibel” vorgestellt. Uns liegen Tarifbedingungen, Prospekte und Vermittlerunterlagen schon vor dem offiziellen Start vollständig vor. Also haben wir uns die Zeit genommen, alles in Ruhe durchzuarbeiten, nachzurechnen und den Continentale SELECT neben die bestehenden Tarife des Hauses und neben vergleichbare Tarife anderer Gesellschaften zu legen.
Unser Eindruck vorweg, damit Sie wissen, wohin die Reise geht: SELECT ist ein ordentlicher Tarif der oberen Mittelklasse mit einem durchdachten, aber erklärungsbedürftigen Selbstbeteiligungsmodell. Für einen Spitzentarif fehlen ihm einige Leistungen. Manches, was die Continentale besonders laut bewirbt, gehört bei guten Tarifen heute ohnehin zur Grundausstattung, anderes ist im Kleingedruckten enger gefasst, als die Prospekte vermuten lassen.
Das Wichtigste in Kürze
- Start: Der Continentale SELECT ist ab dem 01.11.2026 für Angestellte und Selbstständige erhältlich.
- Drei Stufen: SELECT 1, 2 und 3 unterscheiden sich nur in der Obergrenze der Selbstbeteiligung. Sie liegt bei 300, 600 oder 1.000 Euro im Jahr für Erwachsene, für Kinder bei der Hälfte.
- Selbstbeteiligung je Leistung: 30 Euro je Behandlungstag beim Arzt, je Medikament oder Heilmittelbehandlung und 60 Euro je Hilfsmittel, bis die Obergrenze erreicht ist.
- Rückerstattung: 500 Euro garantiert bei Leistungsfreiheit, dazu eine geplante, nicht garantierte Rückerstattung von bis zu drei Monatsbeiträgen.
- Krankenhaus: Im Grundtarif gibt es nur das Mehrbettzimmer, Chefarzt sowie Ein- oder Zweibettzimmer kommen über die Bausteine SP1 oder SP2.
- Zahn: 100 Prozent für Zahnbehandlung, 80 Prozent für Zahnersatz, Implantate und Kieferorthopädie, in den ersten drei Jahren begrenzt.
- Beitrag: Die Continentale nennt für 30-jährige Selbstständige 547,39 Euro (SELECT 3 mit SP2) und 619,23 Euro (SELECT 1 mit SP1) im Monat, jeweils mit Pflegepflichtversicherung und OPTION-P.
- Einordnung: Im eigenen Haus liegt SELECT zwischen COMFORT-U und PREMIUM, im Markt in der oberen Mittelklasse.
Alle Angaben in diesem Beitrag beziehen sich auf die Tarifbedingungen mit Stand 01.11.2026 und damit auf den Tarif zum Marktstart. Das nur als Hinweis, falls Sie den Beitrag später über eine Suche finden.
Was ist der Continentale SELECT?
Der Continentale SELECT ist ein Krankenvollversicherungstarif, der ambulante und zahnärztliche Leistungen sowie die stationäre Grundversorgung in einem Tarif bündelt. Er wird zum 01.11.2026 eingeführt und ist in drei Stufen erhältlich. Die Stufen unterscheiden sich nur in der Frage, wie viel Selbstbeteiligung Sie im Kalenderjahr höchstens tragen.
Im Krankenhaus zahlt SELECT die allgemeinen Krankenhausleistungen, sprich Mehrbettzimmer und Behandlung durch die diensthabenden Ärzte. Chefarzt und Ein- oder Zweibettzimmer kommen über die Wahlleistungsbausteine SP1 oder SP2 dazu. Ergänzen lassen sich außerdem Krankentagegeld, die Beitragsentlastung im Alter (Tarif BB) und die Optionsversicherung OPTION-P. Auffällig ist, dass alle Beispielrechnungen der Continentale den SELECT mit SP1 oder SP2 kombinieren. Offenbar sieht das Haus seinen neuen Tarif selbst als Paket mit Krankenhausbaustein.
Ganz neu ist die Idee nicht. Die Continentale arbeitet seit vielen Jahren mit einer sogenannten leistungsdynamischen Selbstbeteiligung, also einem festen Eigenanteil je Leistung statt eines großen Jahresbetrags. Nach eigener Darstellung hat sie dieses Modell als erster Versicherer konsequent eingesetzt. COMFORT-U, ECONOMY-U und PREMIUM funktionieren nach demselben Prinzip. Neu ist bei SELECT die Mischung aus drei wählbaren Obergrenzen, einer garantierten Rückerstattung in Euro, Beitragsfreiheit in der Elternzeit und einem Optionsrecht auf eine niedrigere Selbstbeteiligung.
So funktioniert die Selbstbeteiligung im Continentale SELECT
Im Continentale SELECT zahlen Sie für ambulante und zahnärztliche Leistungen einen festen Eigenanteil von 30 Euro je Leistung, bei Hilfsmitteln 60 Euro. Sobald die Summe die Obergrenze Ihrer Stufe erreicht, erstattet die Continentale für den Rest des Kalenderjahres ohne weiteren Abzug.
| Tarifstufe | Obergrenze Erwachsene | Obergrenze Kinder und Jugendliche (bis 20) |
| SELECT 1 | 300€ | 150€ |
| SELECT 2 | 600€ | 300€ |
| SELECT 3 | 1.000€ | 500€ |
Beginnt der Vertrag unterjährig, sinkt die Obergrenze im ersten Jahr anteilig. Wer zum 1. November startet, trägt für 2026 höchstens zwei Zwölftel der Jahresgrenze (bei SELECT 2 sind das 100 Euro).
Auf dem Papier ist das ein kundenfreundliches Modell. Wer selten zum Arzt geht, zahlt wenig Selbstbeteiligung. Bei einer Arztrechnung über 200 Euro bekommen Sie bereits 170 Euro erstattet. Die Continentale rechnet im Prospekt ein Jahr mit sechs Arztbesuchen, zwei Krankenhaustagen, einigen Medikamenten und einer Zahnreinigung vor. Der Kunde im SELECT 2 trägt darin nur 240 statt 600 Euro Selbstbeteiligung.
In der Praxis kommt es darauf an, was als „eine Leistung” zählt. Die 30 Euro fallen je Behandlungstag beim Arzt an, je Medikament, je Heilmittelbehandlung an einem Tag, je Impfstoff und je Fahrt. Rechnet der Laborarzt die Blutwerte separat ab, ist das ein eigener Behandlungstag mit eigener Selbstbeteiligung. Bei der Physiotherapie zählt jeder einzelne Termin. Kostet eine Sitzung beispielsweise 40 Euro, bleiben nach Abzug der 30 Euro gerade einmal 10 Euro Erstattung übrig. Eine Sechserserie Krankengymnastik kostet Sie damit 180 Euro Eigenanteil, bevor die Continentale nennenswert mitzahlt.
Was ohne Selbstbeteiligung bleibt
Einige Bereiche nimmt die Continentale von der Selbstbeteiligung aus. Laut Tarifbedingungen (Abschnitt B VIII Nr. 3) sind das:
- alle Krankenhausleistungen sowie Reha, Kurtagegeld, Bergung und Rücktransport aus dem Ausland
- Psychotherapie und ambulante Anschlussrehabilitation
- Generika, also Nachahmerpräparate mit gleichem Wirkstoff
- Sehhilfen, Augenlaser und Hörgeräte
- Zahnersatz, Implantate, Kieferorthopädie und Funktionsdiagnostik
- Vorsorgeuntersuchungen, Standardimpfungen und Zahnprophylaxe aus dem Katalog „Vorsorge und Schutzimpfung”
Dass Zahnersatz, Sehhilfen oder Psychotherapie ausgenommen sind, hat einen nüchternen Grund. In diesen Bereichen greifen eigene Prozentsätze oder Euro-Grenzen. Bei den Generika steckt dagegen eine Steuerung dahinter, die wir für vernünftig halten. Wer zum günstigeren Präparat mit gleichem Wirkstoff greift, zahlt nichts drauf.
Ein Jahr mit “Herrn B.”: Die Selbstbeteiligung im Praxistest
Ein erfundenes, aber typisches Beispiel mit bewusst einfachen Zahlen. Herr B. ist 36, angestellt und im SELECT 2 versichert. Im Laufe eines Jahres kommt bei ihm Folgendes zusammen:
| Leistung | Rechnung | Selbstbeteiligung | Erstattung |
| 2 Besuche beim Hausarzt | 150€ | 60€ | 90€ |
| Laborarzt (eigene Rechnung) | 60€ | 30€ | 30€ |
| 1 Besuch beim Orthopäden | 140€ | 30€ | 110€ |
| 6 × Krankengymnastik à 40€ | 240€ | 180€ | 60€ |
| 1 Originalpräparat | 48€ | 30€ | 18€ |
| 1 Generikum | 15€ | 0€ | 15€ |
| Summe | 653€ | 330€ | 323€ |
Rechnen Sie ruhig mit. Reicht Herr B. alles ein, bekommt er 323 Euro erstattet und trägt 330 Euro selbst. Die garantierte Beitragsrückerstattung von 500 Euro ist dann für dieses Jahr allerdings weg. Behält er die Rechnungen, zahlt er 653 Euro aus eigener Tasche und bekommt im Folgejahr 500 Euro zurück. Unter dem Strich kostet ihn das Jahr dann 153 Euro statt 330 Euro.
Herr B. wird also nichts einreichen. Damit sind wir beim eigentlichen Kern dieses Tarifs, der Beitragsrückerstattung.
Beitragsrückerstattung: Was sind die garantierten 500 Euro wert?
Als wir die Unterlagen zum ersten Mal durchgeblättert haben, ist uns die Rückerstattung als Erstes ins Auge gefallen, so prominent steht sie in jedem Prospekt. Die Regel selbst ist schnell erklärt. Bleiben Sie ein Kalenderjahr lang leistungsfrei, zahlt die Continentale im SELECT ab dem ersten Versicherungsjahr 500 Euro garantiert zurück, für Kinder und Jugendliche 250 Euro. Im angebrochenen ersten Jahr gibt es den Betrag anteilig. Zusätzlich plant das Unternehmen eine erfolgsabhängige Rückerstattung, die nach dem ersten leistungsfreien Jahr bei einem Monatsbeitrag startet und nach fünf Jahren bis zu drei Monatsbeiträge erreichen soll.
Bei der Einordnung hilft eine saubere Trennung. Die 500 Euro stehen in den Tarifbedingungen (Abschnitt E) und sind damit eine echte Tarifleistung. Die erfolgsabhängige Rückerstattung steht unter dem Vorbehalt der Mitgliedervertreterversammlung. Sie hängt vom Geschäftsergebnis der Continentale ab und kann jedes Jahr anders ausfallen. Für Ihre Kalkulation sollten Sie nur mit dem garantierten Teil planen und den Rest als Bonus betrachten, wenn er kommt.
Im Hausvergleich fällt dabei ein Detail auf. In den Bedingungen von COMFORT-U, PREMIUM und ECONOMY-U stehen zwei Monatsbeiträge als garantierte Rückerstattung, ohne Staffel und ohne Neustart nach einem Leistungsjahr. Ab einem Tarifbeitrag von 250 Euro im Monat ist das mehr als die 500 Euro im SELECT. Der Vorteil des neuen Tarifs liegt woanders, nämlich beim Schutz der Vorsorge und bei der zusätzlich geplanten erfolgsabhängigen Rückerstattung.
Warum eine einzige Rechnung über Jahre nachwirkt
Hier liegt der Stolperstein, der in den Prospekten eher klein gedruckt ist. Die „garantierten 500 Euro ab Beginn” gelten nur bis zur ersten Erstattung. Lassen Sie sich Kosten erstatten, entfällt die Rückerstattung für dieses Jahr. Danach baut sich der Anspruch neu auf. Nach dem ersten leistungsfreien Jahr gibt es 100 Euro, danach jedes Jahr 100 Euro mehr, bis nach fünf Jahren wieder 500 Euro erreicht sind.
Schauen wir uns an, was eine einzige Einreichung kostet, wenn Sie danach wieder leistungsfrei bleiben.
| Jahr | Garantierte Rückerstattung ohne Einreichung | Mit einer Einreichung in Jahr 1 | Differenz |
| Jahr 1 (Einreichung) | 500€ | 0€ | 500€ |
| Jahr 2 | 500€ | 100€ | 400€ |
| Jahr 3 | 500€ | 200€ | 300€ |
| Jahr 4 | 500€ | 300€ | 200€ |
| Jahr 5 | 500€ | 400€ | 100€ |
| Summe | 2.500€ | 1.000€ | 1.500€ |
Bei der erfolgsabhängigen Rückerstattung läuft dieselbe Staffel ab, dort in Monatsbeiträgen. Wer bei drei Monatsbeiträgen angekommen war, startet nach einer Einreichung wieder bei einem.
Was heißt das für Sie? Die Continentale empfiehlt in ihren eigenen Unterlagen, Rechnungen zu sammeln und erst einzureichen, wenn es sich lohnt. Das ist ein vernünftiger Rat. Er bedeutet aber auch, dass Sie im SELECT spürbar mehr selbst tragen als die 300, 600 oder 1.000 Euro aus dem Prospekt. Bei vielen kleinen Rechnungen rechnet sich das Einreichen erst, wenn die Erstattung nach Abzug der Selbstbeteiligung klar über der Rückerstattung liegt, die Sie dafür aufgeben.
| Tarifstufe | Obergrenze Selbstbeteiligung | plus garantierte Rückerstattung | Was Sie bei vielen kleinen Rechnungen realistisch selbst tragen |
| SELECT 1 | 300€ | 500€ | rund 800€ im Jahr |
| SELECT 2 | 600€ | 500€ | rund 1.100€ im Jahr |
| SELECT 3 | 1.000€ | 500€ | rund 1.500€ im Jahr |
Die geplante erfolgsabhängige Rückerstattung und der Neustart der Staffel sind darin noch nicht einmal eingerechnet. Kommen sie dazu, wandert die Schwelle weiter nach oben. So funktioniert jeder Tarif mit einer kräftigen Rückerstattung, auch bei anderen Gesellschaften. Man sollte die Mechanik nur kennen, bevor man sich über eine vermeintlich kleine Selbstbeteiligung freut.
Vorsorge ohne Selbstbeteiligung ist kundenfreundlich, aber Marktstandard
Die Continentale stellt in allen Unterlagen heraus, dass bestimmte Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen und zahnprophylaktische Maßnahmen inklusive professioneller Zahnreinigung weder Selbstbeteiligung kosten noch die Rückerstattung gefährden. Das ist richtig und kundenfreundlich. Für die Continentale ist es sogar neu, denn in COMFORT-U, PREMIUM, BUSINESS und ECONOMY-U kostet jede eingereichte Vorsorgerechnung den Anspruch auf die Rückerstattung.
Im Markt ist diese Regel dagegen längst Standard bei guten Tarifen. In unseren Tarifanalysen der letzten Jahre ist sie uns immer wieder begegnet. Die Allianz kennt sie im MeinGesundheitsschutz, die uniVersa im uni-Top|Privat und die LKH im GesundheitsUpgrade Premium. Dazu kommen die AXA GesundExtra, die neuen Komfort- und Exklusiv-Tarife der Signal Iduna und der BestensGesund Premium des Münchener Vereins. Ein Alleinstellungsmerkmal ist das also nicht.
Spannender ist das Kleingedruckte. Geschützt ist nur, was im Leistungsverzeichnis „Vorsorge und Schutzimpfung” steht. Dieser Katalog ist enger, als die Werbung vermuten lässt.
- Zahnreinigung: Geschützt ist eine professionelle Zahnreinigung im Jahr. Die zweite kostet 30 Euro Selbstbeteiligung und die Rückerstattung.
- Impfungen: Geschützt sind Standardimpfungen nach STIKO und die RSV-Prophylaxe. Reise- und Indikationsimpfungen erstattet der Tarif zwar, aber mit 30 Euro Selbstbeteiligung je Arzttermin und je Impfstoff und mit Wirkung auf die Rückerstattung.
- Vorsorgeuntersuchungen: Das Hautkrebs-Screening steht erst ab 35 im Katalog (alle zwei Jahre), der allgemeine Gesundheits-Check einmal ab 18 und ab 35 alle drei Jahre.
- Befund bei der Vorsorge: Findet der Arzt etwas und behandelt direkt weiter, etwa den verdächtigen Leberfleck oder den Polypen bei der Darmspiegelung, ist das eine normale Leistung mit Selbstbeteiligung.
- Rechnung: Aus der Rechnung muss für die Continentale erkennbar sein, dass es sich um Vorsorge handelt.
Wer nach einer Fernreise drei Reiseimpfungen einreicht, hat seine 500 Euro für das Jahr schnell verspielt. Kleine Randnotiz zum Prospekt: Dort steht „Vorsorge 100 %, auch über gesetzlich eingeführte Programme hinaus”. Das stimmt für die Erstattung, sofern die zusätzliche Untersuchung medizinisch begründet ist. Den Schutz vor Selbstbeteiligung und Rückerstattungsverlust gibt es aber nur für die Leistungen aus dem Katalog.
Die Leistungen des SELECT im Detail
Ambulant und im Zahnbereich bietet der Continentale SELECT ein solides Niveau mit einigen erfreulichen Details. An mehreren Stellen bleibt er aber unter dem, was Toptarife leisten. Eines nach dem anderen.
Ambulant mit Pluspunkten bei Heilpraktiker und Hilfsmitteln
Ärztliche Leistungen erstattet SELECT zu 100 Prozent bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), Videosprechstunden eingeschlossen. Honorare oberhalb des Höchstsatzes, die manche Spezialisten per Honorarvereinbarung verlangen, sind nicht versichert. Im Alltag ist das selten ein Thema. Wer aber Wert darauf legt, jeden Spezialisten ohne Nachrechnen aufsuchen zu können, findet diese Erstattung bei PREMIUM, BUSINESS und den meisten Toptarifen. Ein Primärarzt- oder Hausarztmodell gibt es im SELECT nicht. Warum uns die freie Arztwahl in der PKV so wichtig ist, haben wir an anderer Stelle ausführlich begründet.
Gut gefallen uns diese Punkte:
- Heilpraktiker bis zu den Höchstbeträgen des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker, ohne Jahresgrenze und inklusive Osteopathie und Chiropraktik. Viele Tarife deckeln hier bei 1.000 oder 2.000 Euro im Jahr.
- Hilfsmittel offen formuliert, mit lebenserhaltenden Geräten, Blutzuckermessung per Sensor und Blindenführhund. Hörgeräte gibt es bis 1.500 Euro je Ohr und Kalenderjahr, implantierte Hörsysteme ohne diese Grenze.
- Heilmittel wie Physiotherapie oder Logopädie zu 100 Prozent, ohne Begrenzung auf ein Preisverzeichnis. Mehr zur Erstattung von Physiotherapie und Massagen in der PKV finden Sie in einem eigenen Beitrag.
- Augenlaser bis 2.000 Euro je Auge alle fünf Jahre, zusätzlich zur Brille.
- Häusliche Krankenpflege inklusive Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung für bis zu vier Wochen, dazu außerklinische Intensivpflege, spezialisierte Palliativversorgung und Soziotherapie.
- Transporte zum geeigneten Krankenhaus im Umkreis von 100 Kilometern, Fahrten zur ambulanten Operation, Dialyse oder Chemotherapie und 0,30 Euro je Kilometer, wenn Sie mit dem eigenen Auto fahren.
Weniger glücklich sind wir mit drei Punkten. Die ersten 30 Psychotherapiesitzungen im Kalenderjahr erstattet SELECT nur zu 80 Prozent, erst ab der 31. Sitzung voll. Dass es weder eine Sitzungsgrenze noch eine Pflicht zur Vorabgenehmigung gibt, ist gut. Bei einer üblichen Kurzzeittherapie bleiben trotzdem 20 Prozent an Ihnen hängen. Für Brillen und Kontaktlinsen gibt es 300 Euro in zwei Kalenderjahren, im Vergleich mit anderen Tarifen der Mittelklasse eher das untere Ende. Bei Hilfsmitteln über 1.000 Euro brauchen Sie außerdem vorab einen Kostenvoranschlag, sonst erstattet die Continentale nur 80 Prozent (Hörgeräte sind davon ausgenommen).
Zahn: 80 Prozent und eine kurze Staffel
Zahnbehandlungen erstattet SELECT zu 100 Prozent bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Zahnärzte, ebenso Röntgen, Narkose und angstlösende Verfahren wie Lachgas oder Hypnose. Für Zahnersatz, Implantate, Knochenaufbau, Kieferorthopädie und Funktionsdiagnostik gibt es 80 Prozent, nach einem Unfall 100 Prozent. Inlays, Kronen und Veneers zählen dabei zum Zahnersatz.
In den ersten drei Kalenderjahren begrenzt eine Zahnstaffel die Erstattung für Zahnersatz. Im ersten Jahr sind es höchstens 1.000 Euro, in den ersten beiden Jahren zusammen 2.000 Euro und in den ersten drei zusammen 3.000 Euro. Ab dem vierten Jahr gilt keine Grenze mehr. Das Jahr des Versicherungsbeginns zählt übrigens voll als erstes Kalenderjahr. Wer am 1. November startet, hat das erste Staffeljahr nach zwei Monaten hinter sich. Dasselbe Prinzip gilt für die Leistungszeiträume bei Brille und Augenlaser.
Kosten Zahnersatz, Implantate oder Kieferorthopädie voraussichtlich mehr als 2.000 Euro, verlangt die Continentale vorab einen Heil- und Kostenplan. Fehlt er, wird der Teil über 2.000 Euro nur mit dem halben Prozentsatz erstattet, also mit 40 statt 80 Prozent. Das sollten Sie wissen, bevor der Zahnarzt mit der Brücke loslegt.
Zahnseitig ist SELECT damit ordentliche Mittelklasse. Die Staffel ist kürzer als bei PREMIUM oder BUSINESS. Mit 80 Prozent liegt der Erstattungssatz für Zahnersatz aber unter den 85 Prozent dieser beiden Tarife und deutlich unter den 90 bis 100 Prozent, die Toptarife im Markt bieten.
Im Krankenhaus ohne SP1 oder SP2 nur Grundversorgung
Ohne Zusatzbaustein bleibt es im Krankenhaus bei der Regelversorgung im Mehrbettzimmer. Positiv sind die Details am Rand. Die Mitaufnahme einer Begleitperson gilt bei Kindern bis 15 immer als medizinisch notwendig. Privatkliniken werden bis zum Doppelten dessen erstattet, was ein Krankenhaus der Maximalversorgung in der Nähe Ihres Wohnorts berechnen würde. Dazu kommen Übergangspflege, Kurzzeitpflege nach einem Klinikaufenthalt und eine einmalige Wunschverlegung je Versicherungsfall.
Wer Chefarzt und Ein- oder Zweibettzimmer möchte, braucht einen der beiden Wahlleistungsbausteine:
- SP1 bringt Ein- oder Zweibettzimmer und privatärztliche Behandlung, bei wirksamer Honorarvereinbarung auch über den Höchstsatz der GOÄ hinaus. Verzichten Sie auf Wahlleistungen, zahlt SP1 ein Ersatz-Krankenhaustagegeld von 20 bis 50 Euro.
- SP2 bringt Zweibettzimmer und privatärztliche Behandlung im selben Umfang, das Ersatz-Krankenhaustagegeld beträgt 20 oder 50 Euro.
Für einen fairen Vergleich sollten Sie SELECT deshalb fast immer zusammen mit SP1 oder SP2 betrachten. Die stationären Leistungen sind mit diesen Bausteinen gut, kosten aber extra.
Reha, Familie, Ausland und das Optionsrecht
In diesen Bereichen ist SELECT besser ausgestattet als die übrigen offenen Tarife der Continentale. Anschlussheilbehandlungen werden ambulant und stationär übernommen, sonstige medizinische Reha alle drei Jahre bis zu 150 Prozent der Sätze, die eine gesetzliche Kasse akzeptieren würde. Für ärztlich verordnete Vorsorgekuren zahlt SELECT ein Kurtagegeld von 30 Euro für bis zu 28 Tage, ebenfalls alle drei Jahre.
Für Familien hat SELECT etwas Besonderes zu bieten. Beziehen Sie Elterngeld oder sind Sie in Elternzeit, verzichtet die Continentale bis zu sechs Monate auf Ihren Beitrag. Voraussetzung ist unter anderem, dass Sie bei der Geburt mindestens acht Monate im SELECT versichert sind und den Antrag einen Monat vor Beginn stellen. Die Kinderwunschbehandlung ist großzügig geregelt (bis zu acht Inseminationen im Spontanzyklus, drei nach hormoneller Stimulation und drei Versuche IVF oder ICSI). Wartezeiten gibt es keine. Wie Sie ein Neugeborenes ohne Gesundheitsprüfung mitversichern, haben wir im Beitrag zur Kindernachversicherung in der PKV zusammengefasst.
Bei vorübergehenden Reisen außerhalb Europas sind Sie sechs Monate geschützt, zu den ortsüblichen Preisen und inklusive Rücktransport. PREMIUM und BUSINESS bieten hier zwölf Monate.
Schließlich das Optionsrecht. Bis zum Alter von 50 dürfen Sie zweimal ohne neue Gesundheitsprüfung in eine Stufe mit niedrigerer Selbstbeteiligung wechseln, etwa von SELECT 3 nach SELECT 2 und später nach SELECT 1. Zwischen den beiden Wechseln müssen mindestens drei Jahre liegen. Das halten wir für eine sinnvolle Regel. Wer jung und gesund mit hoher Selbstbeteiligung einsteigt, kann später ohne Risiko nachjustieren, wenn Familie oder Alter den Bedarf verändern. Ein Weg in höherwertige Tarife wie PREMIUM ist damit nicht verbunden.
SELECT im Vergleich mit COMFORT-U, PREMIUM, BUSINESS und ECONOMY-U
Im eigenen Haus sortiert sich SELECT zwischen COMFORT-U und PREMIUM ein. Gegenüber COMFORT-U und ECONOMY-U ist er in fast allen Punkten besser, gegenüber PREMIUM und BUSINESS fehlt ihm vor allem die Erstattung über die Höchstsätze der Gebührenordnungen.
Ein Blick in die Tabelle, jeweils nach dem Stand der Tarifbedingungen, die uns vorliegen (PREMIUM in der aktuellen Fassung vom 01.04.2020):
| Leistung | ECONOMY-U | COMFORT-U | SELECT | PREMIUM | BUSINESS |
| Selbstbeteiligung | bis 10€ je Leistung, ohne Jahresdeckel | bis 20€ je Leistung, ohne Jahresdeckel | 30€ je Leistung, Deckel 300 / 600 / 1.000€ | 20€ je Leistung, Deckel 500€ | 500€ fest im Jahr |
| Selbstbeteiligung im Krankenhaus | ja, 10€ je Tag | ja, 20€ je Tag | nein | nein | ja, innerhalb der 500€ |
| Arzthonorare | bis Höchstsatz | bis Höchstsatz | bis Höchstsatz | auch darüber | auch darüber |
| Psychotherapie | max. 50 Sitzungen im Jahr | max. 50 Sitzungen im Jahr | 80% bis zur 30. Sitzung, danach 100% | 100% bis zur 30. Sitzung, danach 80% | wie PREMIUM, ab der 31. Sitzung mit Zusage |
| Heilpraktiker | bis Mindestsätze | bis Mindestsätze | bis Höchstsätze | bis Höchstsätze | bis Höchstsätze |
| Hilfsmittel | einfache Ausführung | einfache Ausführung | offen, Hörgeräte 1.500€ je Ohr | offen, Hörgeräte 1.500€ je Ohr | offen, Hörgeräte 1.500€ je Ohr |
| Sehhilfen (je 2 Jahre) | 200€ | 300€ | 300€ | 400€ | 400€ |
| Augenlaser | nicht geregelt | nicht geregelt | 2.000€ je Auge alle 5 Jahre | 400€ je Auge in Jahr 1 und 2, danach 2.500€ | nicht geregelt |
| Zahnersatz | 60%, dauerhaft max. 3.000€ im Jahr | 80%, Staffel 5 Jahre, danach max. 10.000€ je 2 Jahre | 80%, Staffel 3 Jahre | 85%, Staffel 6 Jahre | 85%, Staffel 6 Jahre |
| Krankenhaus | Mehrbettzimmer | Mehrbettzimmer | Mehrbettzimmer | Mehrbettzimmer | Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarzt |
| Reha und Kur | nur stationäre Anschlussheilbehandlung | nur stationäre Anschlussheilbehandlung | Anschlussheilbehandlung, Reha, Kurtagegeld | Anschlussheilbehandlung ambulant und stationär | stationäre Anschlussheilbehandlung |
| Garantierte Rückerstattung | 2 Monatsbeiträge | 2 Monatsbeiträge | 500€, nach Erstattung Staffel | 2 Monatsbeiträge | Pauschale bis 1.920€ (höchstens 4 Monatsbeiträge), nach Erstattung Staffel |
| Vorsorge schont die Rückerstattung | nein | nein | ja, nach Katalog | nein | nein |
| Ausland außerhalb Europas | 6 Monate | 6 Monate | 6 Monate | 12 Monate | 12 Monate |
| Beitragsfrei in der Elternzeit | nein | nein | bis 6 Monate | bis 6 Monate | nein |
Im Grunde ist SELECT ein deutlich aufgewerteter COMFORT-U mit einigen Bausteinen aus PREMIUM. Gegenüber COMFORT-U gewinnt er bei Heilpraktiker, Hilfsmitteln, Psychotherapie, Pflege, Reha und Zahn. Vor allem aber hat er einen Jahresdeckel für die Selbstbeteiligung, den COMFORT-U nicht kennt. Pro Leistung ist die Selbstbeteiligung mit 30 Euro allerdings höher als die 20 Euro im COMFORT-U.
Gegenüber PREMIUM ist das Bild gemischt. PREMIUM erstattet Arzt- und Zahnarzthonorare auch über den Höchstsatz und zahlt 85 statt 80 Prozent beim Zahnersatz sowie 400 statt 300 Euro für die Brille. Außerdem übernimmt er die ersten 30 Psychotherapiesitzungen voll, kennt eine Haushaltshilfe und schützt im Ausland zwölf statt sechs Monate. SELECT punktet dagegen mit der kürzeren Zahnstaffel, mit Reha und Kurtagegeld, dem Optionsrecht, der geschützten Vorsorge und dem höheren Augenlaser-Zuschuss in den ersten Jahren. BUSINESS bringt Chefarzt und Zweibettzimmer schon mit, verlangt dafür eine feste Selbstbeteiligung von 500 Euro auch im Krankenhaus und ist bei Pflege, Vorsorge und Reiseimpfungen schwächer aufgestellt. Wie sich das in Euro auswirkt, zeigt der nächste Abschnitt.
Was SELECT im Vergleich zu den anderen Continentale-Tarifen kostet
Frei rechnen lässt sich SELECT vor dem Start noch nicht. Die Continentale hat in ihren Unterlagen aber zwei Beispiele für 30-Jährige veröffentlicht, beide mit Beitragsstand 11/2026 und jeweils inklusive Pflegepflichtversicherung und Optionsversicherung OPTION-P. SELECT 1 mit SP1 kostet eine Selbstständige danach 619,23 Euro im Monat, als Angestellte bleiben nach Arbeitgeberzuschuss 312,61 Euro. SELECT 3 mit SP2 liegt bei 547,39 Euro, für Angestellte bei 276,70 Euro. Ein drittes Beispiel nennt für einen 33-Jährigen SELECT 2 mit SP2 zu 595,42 Euro.
Damit der Vergleich fair bleibt, haben wir die übrigen Tarife genau in diesen beiden Kombinationen danebengelegt, also für 30 Jahre, selbstständig, mit Pflegepflichtversicherung, OPTION-P und gesetzlichem Zuschlag. Die Werte der bestehenden Tarife zeigen den heutigen Beitragsstand für einen Beginn am 01.01.2027, eine mögliche Beitragsanpassung zu diesem Termin ist darin noch nicht enthalten.
| Mit SP1 (Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarzt) | Monatsbeitrag |
| SELECT 1 (Deckel 300€) | 619,23€ |
| COMFORT-U | 548,58€ |
| PREMIUM | 693,11€ |
| ECONOMY-U | 628,23€ |
| BUSINESS (Ein- oder Zweibettzimmer und Chefarzt schon enthalten, kein SP nötig) | 785,23€ |
| Mit SP2 (Zweibettzimmer, Chefarzt) | Monatsbeitrag |
| SELECT 3 (Deckel 1.000€) | 547,39€ |
| COMFORT-U | 537,39€ |
| PREMIUM | 681,92€ |
| ECONOMY-U | 617,04€ |
Schauen wir auf die Zahlen. Mit SP2 liegt SELECT 3 nur 10 Euro über COMFORT-U, leistet aber in fast allen Bereichen mehr und deckelt die Selbstbeteiligung im Jahr. Mit SP1 ist der Abstand zu COMFORT-U mit 70,65 Euro größer, dafür endet die Selbstbeteiligung in SELECT 1 schon bei 300 Euro. PREMIUM kostet 73,88 Euro (mit SP1) bzw. 134,53 Euro (mit SP2) mehr als SELECT. Dafür bekommen Sie Honorare über dem Höchstsatz, 85 statt 80 Prozent beim Zahnersatz, 400 statt 300 Euro für die Brille und zwölf statt sechs Monate Auslandsschutz. Im Vergleich mit SELECT 3 steckt im Aufpreis außerdem die niedrigere Selbstbeteiligung von PREMIUM (höchstens 500 statt 1.000 Euro). BUSINESS liegt 166 Euro über SELECT 1 mit SP1. Auffällig ist ECONOMY-U. Er kostet in beiden Kombinationen mehr als SELECT und leistet deutlich weniger. SP1 kostet für einen 30-Jährigen übrigens 11,19 Euro im Monat mehr als SP2, Zuschlag inklusive.
Zwei Dinge gehören noch zur Rechnung. Die beiden SELECT-Beispiele stehen für unterschiedliche Stufen, während COMFORT-U, ECONOMY-U und PREMIUM jeweils nur eine Variante der Selbstbeteiligung kennen. Außerdem garantieren COMFORT-U, ECONOMY-U und PREMIUM zwei Monatsbeiträge des Tarifs als Rückerstattung. Für unseren 30-Jährigen sind das nach einem vollen leistungsfreien Jahr im PREMIUM gut 1.050 Euro, im ECONOMY-U rund 940 Euro und im COMFORT-U knapp 800 Euro (ohne den gesetzlichen Zuschlag gerechnet), im SELECT dagegen 500 Euro. Wer leistungsfrei bleibt, sollte diese Unterschiede gegen den Monatsbeitrag rechnen. Beim PREMIUM schrumpft der Aufpreis dadurch spürbar, beim COMFORT-U wächst der Preisvorteil. SELECT plant dafür zusätzlich die erfolgsabhängige Rückerstattung.
Weitere Kombinationen, etwa SELECT 2 für 30-Jährige oder SELECT 3 mit SP1, hat die Continentale bisher nicht veröffentlicht. Geschätzte Werte stellen wir hier bewusst nicht hinein. Sobald SELECT in den Rechenprogrammen verfügbar ist, rechnen wir Ihnen den Vergleich für Ihr Alter und Ihre Wunschstufe gern individuell durch.
Wie schlägt sich der Continentale SELECT im Marktvergleich?
Im Markt gehört der Continentale SELECT in die obere Mittelklasse. Ein Toptarif erstattet in der Regel Honorare über den Höchstsatz, bringt Chefarzt und Ein- oder Zweibettzimmer mit und zahlt beim Zahnersatz 90 Prozent oder mehr. SELECT erfüllt im Grundtarif keinen dieser Punkte. Wir stellen ihn deshalb neuen Tarifen derselben Liga gegenüber, die wir in den vergangenen Monaten bereits analysiert haben.
| Leistung | Continentale SELECT | LKH GesundheitsUpgrade Komfort | Signal Iduna Komfort-SI | Allianz MeinGesundheitsschutz Plus |
| Selbstbeteiligung | 30€ je Leistung, Deckel 300 / 600 / 1.000€ | 0 / 500 / 900€ fest | 0 / 500 / 1.000€ fest | 0€, 10% bis 500€ oder 30% bis 1.500€ |
| Arzthonorare | bis Höchstsatz | bis Höchstsatz | bis Höchstsatz (3,5-fach) | bis Höchstsatz |
| Psychotherapie | 80% bis zur 30. Sitzung, danach 100% | 80% bis zur 30. Sitzung, danach 100% | 80%, max. 50 Sitzungen | 100% |
| Heilpraktiker | ohne Jahresgrenze | bis 1.000€ im Jahr | bis 1.500€ im Jahr | bis 1.000€ im Jahr |
| Sehhilfen | 300€ in 2 Jahren | 450€ in 3 Jahren | 450€ in 2 Jahren | 500€ in 3 Jahren |
| Augenlaser | 2.000€ je Auge | 1.500€ je Auge | 1.500€ je Auge | 1.500€ je Auge |
| Zahnersatz | 80%, Staffel 3 Jahre | 80%, Staffel 3 Jahre | 85%, Staffel 4 Jahre | 75, 90 oder 100% je Zahnbaustein |
| Krankenhaus | Mehrbettzimmer, Wahlleistungen über SP1 oder SP2 | Zweibettzimmer, Chefarzt | Zweibettzimmer, Privatarzt | Ein- oder Zweibettzimmer, Privatarzt |
| Garantierte Rückerstattung | 500€, dazu geplant bis 3 Monatsbeiträge | 100 bis 300€, dazu 2 bis 4 Monatsbeiträge | 600 bis 900€, dazu 2 Monatsbeiträge | 10% des Nettobeitrags, dazu erfolgsabhängig |
| Vorsorge schont SB und Rückerstattung | ja, nach Katalog | in unserer Analyse nicht ausgewiesen | ja | ja, im Vorsorgeprogramm |
Grundlage sind die Tarifbedingungen des SELECT mit Stand 01.11.2026 und unsere Tarifanalysen zur LKH (Oktober 2025), zur Signal Iduna (Oktober 2025) und zur Allianz (März 2024, Rückerstattung 2026 angepasst). Spätere Änderungen der Bedingungen sind möglich.
Am nächsten kommt SELECT dem GesundheitsUpgrade Komfort der LKH. Psychotherapie, Zahnersatz und Zahnstaffel sind praktisch identisch geregelt. Beim Heilpraktiker, beim Augenlaser und bei der garantierten Rückerstattung ist SELECT stärker, die LKH bringt dafür Zweibettzimmer und Chefarzt schon im Tarif mit. Fair ist deshalb nur der Vergleich von SELECT mit SP2 und dem GesundheitsUpgrade Komfort.
Gegenüber den neuen Komfort-Tarifen der Signal Iduna hat SELECT beim Heilpraktiker die Nase vorn und bei der Psychotherapie, weil es keine Sitzungsgrenze gibt. Bei Sehhilfen und Zahnersatz liegt er zurück. Der MeinGesundheitsschutz Plus der Allianz zahlt Psychotherapie von der ersten Sitzung an voll und bietet mit dem passenden Zahnbaustein bis zu 100 Prozent Zahnersatz. Beim Heilpraktiker ist er dafür enger. Bei ihrer erfolgsabhängigen Rückerstattung hat die Allianz 2026 bereits nachgesteuert und die Monatsbeiträge gesenkt.
Eine Selbstbeteiligung je Behandlungstag hat keiner der Vergleichstarife, das Modell ist eine Eigenheit der Continentale. Für Menschen, die selten zum Arzt gehen, ist es angenehm. Wer regelmäßig Termine hat, erreicht die Obergrenze schnell. Ab dann unterscheidet sich SELECT nicht mehr von einem Tarif mit fester Selbstbeteiligung gleicher Höhe.
Bei den Beiträgen nutzen wir dieselben beiden Beispiele der Continentale und stellen ihnen Wettbewerber mit ähnlicher Selbstbeteiligung gegenüber, jeweils für 30 Jahre, selbstständig, mit Pflegepflichtversicherung und Beitragsstand 11/2026. Die Conti-Werte enthalten zusätzlich die Optionsversicherung OPTION-P, für die es bei den anderen Gesellschaften nicht immer ein direktes Gegenstück gibt.
| Niedrige Selbstbeteiligung | Krankenhaus | Monatsbeitrag |
| Continentale SELECT 1 mit SP1 (Deckel 300€) | Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarzt | 619,23€ |
| LKH GesundheitsUpgrade Komfort GUK500 | Zweibettzimmer, Chefarzt | 647,12€ |
| Signal Iduna Komfort-SI 1 mit 500€ | Zweibettzimmer, Privatarzt | 686,79€ |
| Allianz GSP70, GSUP90 und GSZ90 (10% bis 500€) | Ein- oder Zweibettzimmer, Privatarzt | 741,02€ |
| Hohe Selbstbeteiligung | Krankenhaus | Monatsbeitrag |
| Continentale SELECT 3 mit SP2 (Deckel 1.000€) | Zweibettzimmer, Chefarzt | 547,39€ |
| LKH GesundheitsUpgrade Komfort GUK900 | Zweibettzimmer, Chefarzt | 590,25€ |
| Signal Iduna Komfort-SI 2 mit 1.000€ | Zweibettzimmer, Privatarzt | 664,46€ |
| Allianz GSP70 und GSZ90 (30% bis 1.500€) | Ein- oder Zweibettzimmer, Privatarzt | 687,23€ |
Beim Beitrag liegt SELECT in beiden Paaren vorn, obwohl die Conti-Werte zusätzlich OPTION-P enthalten. Die LKH ist mit dem GesundheitsUpgrade Komfort 27,89 Euro (niedrige Selbstbeteiligung) bzw. 42,86 Euro (hohe Selbstbeteiligung) teurer, die Signal Iduna 67,56 bzw. 117,07 Euro und die Allianz 121,79 bzw. 139,84 Euro. Gegenüber dem GesundheitsUpgrade Komfort, der SELECT leistungsseitig am ähnlichsten ist, bietet SELECT beim Heilpraktiker, beim Augenlaser und bei der garantierten Rückerstattung sogar etwas mehr. Für einen Tarif der oberen Mittelklasse ist das zum Start ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ganz deckungsgleich sind die Paare nicht. SELECT 1 bringt mit SP1 auch das Einbettzimmer mit, die LKH und die Signal Iduna bleiben beim Zweibettzimmer. Die Allianz arbeitet mit einer prozentualen Selbstbeteiligung, die erst bei 500 bzw. 1.500 Euro endet. Für eine erste Einordnung taugen die Paare trotzdem, die genaue Rechnung für Ihre Situation machen wir gern individuell.
Der Blick nach oben auf einen Toptarif
Interessant wird es, wenn man SELECT 1 mit SP1 neben einen echten Toptarif legt. Der uni-Top|Privat 300 der uniVersa arbeitet mit derselben Selbstbeteiligung von 300 Euro im Jahr. Auch er nimmt Vorsorge, Impfungen und Zahnreinigung von Selbstbeteiligung und Rückerstattung aus und erstattet garantiert 600 Euro plus erfolgsabhängig 2,5 Monatsbeiträge. Leistungsseitig spielt er aber eine Klasse höher. Er erstattet Honorare über dem Höchstsatz, 90 Prozent beim Zahnersatz, Brillen bis 600 Euro in zwei Jahren und Augenlaser ohne Betragsgrenze. Chefarzt und Ein- oder Zweibettzimmer sind inklusive. Nur beim Heilpraktiker ist SELECT ohne Jahresgrenze großzügiger als die 2.000 Euro der uniVersa.
Für einen 30-jährigen Selbstständigen mit Pflegepflichtversicherung kostet der uni-Top|Privat 300 im Monat 694,65 Euro. SELECT 1 mit SP1 liegt laut Continentale bei 619,23 Euro, inklusive OPTION-P. Rund 75 Euro im Monat sind ein spürbarer Unterschied. Wer auf die Spitzenleistungen verzichten kann, spart mit SELECT also echtes Geld. Wer sie braucht, bekommt sie bei der uniVersa für diesen Aufpreis. Fairerweise gehört dazu, dass wir die sehr knappe Kalkulation der uniVersa schon bei der Einführung kritisch gesehen haben. Ein günstiger Startbeitrag ist nur die halbe Miete, wenn die Beiträge später kräftig nachziehen.
Für wen passt der Continentale SELECT?
SELECT passt gut zu Menschen, die gesund sind, selten zum Arzt gehen und ihre kleinen Rechnungen gern selbst tragen, um die Rückerstattung mitzunehmen. Er passt auch zu Selbstständigen, die mit SELECT 3 und entsprechend niedrigerem Beitrag einsteigen und die Selbstbeteiligung später über das Optionsrecht senken wollen. Familien profitieren von der Beitragsfreiheit in der Elternzeit und der großzügigen Kinderwunschregelung.
Würde uns ein guter Bekannter fragen, ob SELECT etwas für ihn ist, kämen von uns zuerst zwei Gegenfragen. Wie oft waren Sie im letzten Jahr beim Arzt? Wie gut halten Sie es aus, Rechnungen erst einmal selbst zu bezahlen? Aus den Antworten ergibt sich meist schon die Richtung.
Weniger gut passt SELECT, wenn Sie regelmäßig Physiotherapie, mehrere Fachärzte oder dauerhaft Medikamente brauchen. Dann ist die Obergrenze schnell erreicht und die Rückerstattung ohnehin weg. Sie zahlen in diesem Fall für ein Modell, dessen Vorteile Sie nicht nutzen. Wer Wert auf Honorare über dem Höchstsatz, mehr Zahnersatz oder Psychotherapie ab der ersten Sitzung zu 100 Prozent legt, ist mit einem echten Toptarif besser bedient. Im Haus der Continentale wäre das PREMIUM, der in unserem Beispiel allerdings 74 bis 135 Euro im Monat mehr kostet.
Zur Wahrheit gehört auch ein Blick auf die Gesundheitsprüfung. Die Continentale prüft Gesundheitsangaben im Neugeschäft nach unserer Erfahrung streng. Wer Vorerkrankungen hat, sollte deshalb vor dem Antrag eine anonyme Risikovoranfrage stellen. So sehen Sie, wie die Continentale und andere Gesellschaften Ihren Gesundheitszustand bewerten, ohne dass Ihr Name bei den Gesellschaften auftaucht.
Bleibt die Frage nach der Beitragsstabilität. Für einen Tarif, der am 1. November startet, kann sie niemand seriös beantworten. Ein Blick zurück mahnt zumindest zur Aufmerksamkeit, denn die Continentale hat ihre Beiträge in den vergangenen Jahren regelmäßig angepasst. Die Erhöhungen zum Jahr 2026 und zum Jahr 2027 haben wir jeweils ausführlich eingeordnet. Ein neuer Tarif startet mit frischer Kalkulation, gehört aber zur selben Gesellschaft.
Lohnt sich der Wechsel in den SELECT für Continentale-Kunden?
Für einen Teil der Continentale-Kunden ist SELECT ein interessantes Wechselziel, für viele eher nicht. Am ehesten lohnt der Blick für Versicherte in älteren Bisex-Tarifen, in ECONOMY-U und für PREMIUM-Kunden, die bewusst etwas Leistung gegen Beitrag tauschen möchten. Aus COMFORT-U ist der Schritt dagegen selten ein Gewinn, weil SELECT mehr kostet und die Mehrleistungen beim Wechsel meist ausgeschlossen sind.
Die Spielregeln beim Wechsel nach §204 VVG
Nach §204 VVG dürfen Sie innerhalb Ihrer Gesellschaft in jeden Tarif mit gleichartigem Versicherungsschutz wechseln. Ihre Alterungsrückstellungen nehmen Sie vollständig mit. Solange der Zieltarif nicht mehr leistet als Ihr bisheriger, gibt es keine neue Gesundheitsprüfung. Ab dem 1. November gehört SELECT zu den möglichen Zielen.
Knifflig wird es bei Mehrleistungen. Dazu zählt laut den Tarifwechsel-Leitlinien des PKV-Verbands auch eine niedrigere Selbstbeteiligung. Für Mehrleistungen darf der Versicherer eine Gesundheitsprüfung verlangen und einen Zuschlag, einen Leistungsausschluss oder eine Wartezeit vereinbaren. Die Continentale bietet in solchen Fällen nach unserer Erfahrung fast immer einen Mehrleistungsverzicht an, nur im Zahnbereich gibt es Mehrleistungen gelegentlich ohne Prüfung. Was SELECT besser kann als Ihr bisheriger Tarif, nehmen Sie beim Wechsel also in der Regel nicht mit.
Zwei weitere Punkte gehören dazu. Leistungen, auf die Sie beim Wechsel verzichten, bekommen Sie später nur mit Gesundheitsprüfung zurück. Außerdem ist SELECT ein Unisex-Tarif. Wer aus einem Bisex-Tarif wechselt, der vor dem 21.12.2012 abgeschlossen wurde, kommt nicht mehr in die Bisex-Welt zurück.
| Ihr heutiger Tarif | Was Sie im SELECT aufgeben | Was SELECT mehr bietet (beim Wechsel meist per Verzicht ausgeschlossen) | Unsere Einschätzung |
| PREMIUM | Honorare über dem Höchstsatz, Zahnersatz 80 statt 85%, Sehhilfen 300 statt 400€, volle Erstattung der ersten 30 Psychotherapiesitzungen, Haushaltshilfe, Ausland 6 statt 12 Monate, garantierte Rückerstattung 500€ statt 2 Monatsbeiträge | Reha, Kurtagegeld, Optionsrecht, geschützte Vorsorge, kürzere Zahnstaffel | prüfenswert mit SELECT 2 oder 3, im Neugeschäft liegt PREMIUM 74 bis 135€ höher |
| BUSINESS | Chefarzt und Zweibettzimmer im Grundtarif, Honorare über dem Höchstsatz, Zahnersatz 80 statt 85%, Sehhilfen 300 statt 400€, Ausland 6 statt 12 Monate, garantiert 500€ statt Pauschalleistung bis 1.920€ | Pflege, Vorsorge, Reiseimpfungen, Reha, Kurtagegeld, Augenlaser | prüfenswert bei großem Beitragsabstand, im Neugeschäft 166€ mit SP1 |
| COMFORT-U | Selbstbeteiligung 30 statt 20€ je Leistung, garantierte Rückerstattung 500€ statt 2 Monatsbeiträge | Heilpraktiker, Hilfsmittel, Psychotherapie, Pflege, Reha, Zahn, Jahresdeckel der Selbstbeteiligung | ohne Gesundheitsprüfung kaum sinnvoll, weil SELECT mehr kostet, als Aufwertung mit Gesundheitsprüfung |
| ECONOMY-U | Selbstbeteiligung 30 statt 10€ je Leistung, garantierte Rückerstattung 500€ statt 2 Monatsbeiträge | zusätzlich nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, Zahnersatz 80 statt 60%, Knochenaufbau | interessant, weil SELECT im Neugeschäft günstiger ist und mehr leistet |
| alte Bisex-Tarife | Bisex-Kalkulation (endgültig), je nach Tarif einzelne Altleistungen | je nach Tarif | größtes Sparpotenzial, reine Einzelfallrechnung |
Wechsel aus PREMIUM
Für PREMIUM-Kunden bedeutet SELECT etwas weniger Leistung. Die Abstriche liegen vor allem bei Honoraren über dem Höchstsatz, beim Zahnersatz und beim Auslandsschutz. Dazu kommt die garantierte Rückerstattung, die im PREMIUM mit zwei Monatsbeiträgen höher ausfällt. Realistische Ziele sind SELECT 2 und SELECT 3. Die Obergrenze von 300 Euro in SELECT 1 liegt unter den 500 Euro aus PREMIUM und dürfte als Mehrleistung gelten.
Im Neugeschäft liegt PREMIUM 74 bis 135 Euro im Monat über SELECT. Für gesunde PREMIUM-Kunden, die selten zum Arzt gehen und sparen möchten, kann SELECT 2 oder 3 mit SP1 oder SP2 deshalb ein vernünftiges Ziel sein. Wie groß der Abstand in Ihrem Vertrag ist, zeigt erst die Rechnung mit Ihrem Alter und Ihren Alterungsrückstellungen. Wer häufig beim Zahnarzt sitzt oder Spezialisten mit Honorarvereinbarung aufsucht, ist im PREMIUM besser aufgehoben.
Wechsel aus BUSINESS
BUSINESS-Kunden geben im SELECT spürbar mehr auf. Chefarzt und Zweibettzimmer stecken im BUSINESS schon drin, im SELECT kosten sie einen SP-Baustein extra. Die garantierte Pauschalleistung von bis zu vier Monatsbeiträgen schrumpft auf 500 Euro, Honorare über dem Höchstsatz und das zweite halbe Jahr Auslandsschutz entfallen. Die Stärken des SELECT bei Pflege, Vorsorge, Reiseimpfungen und Reha wären beim Wechsel weitgehend durch den Mehrleistungsverzicht blockiert. Im Neugeschäft liegt BUSINESS 166 Euro über SELECT 1 mit SP1. Für gesunde Kunden, die auf diese Extras verzichten können, kann sich der Schritt deshalb rechnen. Den genauen Abstand in Ihrem Vertrag zeigt erst die Einzelfallrechnung.
Wechsel aus COMFORT-U und ECONOMY-U
Hier ist die Lage umgekehrt. SELECT leistet in fast allen Bereichen mehr als COMFORT-U und erst recht mehr als ECONOMY-U. Diese Verbesserungen sind beim Tarifwechsel aber Mehrleistungen. Ohne Gesundheitsprüfung landen Sie im SELECT mit Mehrleistungsverzicht, zahlen also den SELECT-Beitrag und behalten in vielen Bereichen Ihr altes Leistungsniveau. Schlechter wird es dagegen bei der Selbstbeteiligung je Leistung und bei der garantierten Rückerstattung.
Ohne Gesundheitsprüfung lohnt sich der Wechsel deshalb nur, wenn SELECT für Sie günstiger ist als der bisherige Tarif. Im Neugeschäft ist das gegenüber ECONOMY-U der Fall, SELECT kostet dort 9 Euro (mit SP1) bzw. knapp 70 Euro (mit SP2) weniger. Gegenüber COMFORT-U liegt SELECT dagegen 10 bis 71 Euro darüber. Für Bestandskunden zählt am Ende der Beitrag im eigenen Vertrag. Anders sieht es aus, wenn Sie gesund sind und Ihren Schutz bewusst verbessern möchten. Dann können Sie den Wechsel mit Gesundheitsprüfung beantragen und bekommen die volle SELECT-Leistung, im ungünstigen Fall mit einem Zuschlag für die Mehrleistung.
Wechsel aus den alten Bisex-Tarifen
Das größte Potenzial sehen wir bei Kunden in alten Bisex-Tarifen, also Verträgen aus der Zeit vor dem 21.12.2012. Bei der Continentale gehören dazu zum Beispiel COMFORT und ECONOMY (die Vorgänger von COMFORT-U und ECONOMY-U) oder die alten S-Tarife. In geschlossenen Tarifen altert die Versichertengemeinschaft, weil keine Neukunden mehr nachkommen. Das treibt auf Dauer die Beiträge. Ein neuer Unisex-Tarif mit frischer Kalkulation kann hier eine spürbare Entlastung bringen.
Drei Dinge sollten Sie dabei im Blick behalten. Erstens ist der Wechsel von Bisex nach Unisex endgültig. Männer zahlten in der Bisex-Kalkulation oft weniger als Frauen. Gerade bei Männern muss der Unisex-Beitrag im SELECT also erst einmal mithalten. Zweitens stecken in manchen Alttarifen einzelne Leistungen, die SELECT nicht bietet. Die sollten Sie kennen, bevor Sie wechseln. Drittens gibt es innerhalb der Bisex-Welt oft eigene Wechselziele, die günstiger sein können als der Sprung nach Unisex. SELECT ist für Bisex-Kunden deshalb eine zusätzliche Option, die wir im Einzelfall gegen die übrigen Ziele rechnen. Darüber hinaus kann unter Umständen das Anrecht auf den Standardtarif verloren gehen, wenn man von Bisex nach Unisex wechselt.
Welche Option bei Ihnen vorne liegt, hängt in jedem Fall an Ihrem Beitrag, Ihrem Alter und Ihrem Gesundheitszustand. Manchmal kommt dabei heraus, dass Sie in Ihrem bisherigen Tarif am besten aufgehoben sind. Auch das ist ein brauchbares Ergebnis. Aus mehr als 2.000 begleiteten Tarifwechseln kennen wir die Spielräume der Versicherer, auch die der Continentale.
Häufige Fragen zum Continentale SELECT
Ab wann gibt es den Continentale SELECT?
Den Continentale SELECT gibt es ab dem 01.11.2026. Die Tarifbedingungen tragen dieses Datum, ein Versicherungsbeginn ist damit frühestens zum 1. November 2026 möglich.
Wie hoch ist die Selbstbeteiligung im Continentale SELECT?
Die Selbstbeteiligung beträgt 30 Euro je ambulanter oder zahnärztlicher Leistung und 60 Euro je Hilfsmittel. Sie ist im Kalenderjahr auf 300 Euro (SELECT 1), 600 Euro (SELECT 2) oder 1.000 Euro (SELECT 3) begrenzt, für Kinder und Jugendliche bis 20 auf die Hälfte. Krankenhausleistungen, Psychotherapie, Generika, Zahnersatz und Sehhilfen sind ausgenommen.
Ist die Beitragsrückerstattung im SELECT garantiert?
Teilweise. Garantiert sind 500 Euro für Erwachsene und 250 Euro für Kinder und Jugendliche bei einem leistungsfreien Jahr. Nach einer Erstattung baut sich der garantierte Betrag über fünf Jahre neu auf, bei Erwachsenen in Schritten von 100 Euro. Die zusätzliche Rückerstattung von bis zu drei Monatsbeiträgen ist erfolgsabhängig und steht unter dem Vorbehalt der Mitgliedervertreterversammlung.
Kann ich im SELECT später die Selbstbeteiligung senken?
Ja. Bis zum Alter von 50 dürfen Sie zweimal ohne neue Gesundheitsprüfung in eine Stufe mit niedrigerer Obergrenze wechseln. Zwischen den beiden Wechseln müssen mindestens drei Kalenderjahre liegen, wirksam wird der Wechsel jeweils zum 1. Januar.
Ist der Continentale SELECT besser als PREMIUM?
Nicht pauschal. PREMIUM erstattet Arzt- und Zahnarzthonorare über den Höchstsatz, zahlt mehr bei Zahnersatz und Sehhilfen und schützt länger im Ausland. SELECT bietet dafür Reha und Kurtagegeld, eine kürzere Zahnstaffel, das Optionsrecht und eine Rückerstattung, die durch Vorsorge nach Katalog nicht verloren geht. Beim Beitrag ist SELECT deutlich günstiger, in unserem Beispiel für 30-jährige Selbstständige um 74 bis 135 Euro im Monat.
Können Bestandskunden der Continentale in den SELECT wechseln?
Ja, ab dem 01.11.2026 ist SELECT ein mögliches Ziel für einen Tarifwechsel nach §204 VVG. Am ehesten lohnt sich der Blick für Kunden in alten Bisex-Tarifen, in ECONOMY-U und in PREMIUM. Leistungen, die über den bisherigen Tarif hinausgehen, gibt es bei der Continentale meist nur mit Mehrleistungsverzicht oder mit Gesundheitsprüfung.
Unsere Einschätzung
Der Continentale SELECT ist ein moderner Tarif der oberen Mittelklasse und schließt im Haus die Lücke zwischen COMFORT-U und PREMIUM. Seine Stärke ist das Zusammenspiel der Bausteine. Wer jung und gesund mit SELECT 3 einsteigt, Rechnungen sammelt und die Rückerstattung mitnimmt, kann die Selbstbeteiligung später über das Optionsrecht ohne Gesundheitsprüfung senken. Heilpraktiker ohne Jahresgrenze, der Augenlaser-Zuschuss, Reha und Kurtagegeld sowie die Beitragsfreiheit in der Elternzeit sind auch im Marktvergleich echte Pluspunkte.
Den großen Wurf, als den ihn die Prospekte verkaufen, sehen wir darin nicht. Die geschützte Vorsorge ist bei guten Tarifen längst üblich und im SELECT an einen engen Katalog geknüpft. Die garantierten 500 Euro gelten nur, solange Sie nichts einreichen. Ab 250 Euro Monatsbeitrag liegen sie außerdem unter dem, was COMFORT-U und PREMIUM garantieren. Ambulant und beim Zahnersatz bleibt SELECT unter dem Niveau von PREMIUM. Im Krankenhaus kostet der Komfort einen Zusatzbaustein.
Wer gesund ist, selten Rechnungen hat und die Logik der Rückerstattung bewusst nutzt, ist im SELECT gut aufgehoben. Im eigenen Haus ist er spürbar günstiger als PREMIUM und mit SP2 kaum teurer als COMFORT-U, obwohl er deutlich mehr leistet als dieser. Auch im Marktvergleich liegt er beim Beitrag vor vergleichbaren Tarifen von LKH, Signal Iduna und Allianz. Wie gut dieser Startbeitrag hält, muss die Zeit zeigen. Am Ende entscheidet der Beitrag für Ihre persönliche Situation. Den rechnen wir Ihnen gern durch, zusammen mit den Alternativen, die zu Ihnen passen.

