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PKV Beitragserhöhung 2027: Alle Unternehmen im Überblick

Es ist wieder so weit. Zwischen Oktober und Dezember landet bei den meisten Privatversicherten ein Schreiben im Briefkasten, in dem der neue Beitrag für 2027 steht. Selten eine angenehme Lektüre. Auf dieser Seite finden Sie alle PKV-Gesellschaften im Überblick: Den Termin der jeweiligen Anpassung sowie den Link zum ausführlichen Beitrag je Anbieter. Außerdem erklären wir, warum die Beiträge überhaupt Jahr für Jahr steigen und mit welchen Mitteln Sie gegensteuern können, ohne auf Leistungen zu verzichten.
Alle PKV Beitragserhöhungen 2027 im Überblick
Inhaltsverzeichnis

Diese Gesellschaften erhöhen 2027 ihre PKV-Beiträge

Vorab die Einordnung: Beitragsanpassungen treffen praktisch jede Gesellschaft am Markt, die eine stärker, die andere moderater. Am häufigsten erwischt es die geschlossenen Bisex-Tarife, also die Tarifgenerationen, die bis Ende 2012 verkauft wurden. Dort kommen keine neuen Kunden mehr hinzu, während bestehende durch Kündigung, Tod oder Tarifwechsel ausscheiden. Wer bleibt, ist im Schnitt älter, die Kosten verteilen sich auf immer weniger Schultern. Aber auch die offenen Unisex-Tarife bleiben nicht verschont, denn steigende Behandlungskosten und der medizinische Fortschritt machen vor keiner Tarifwelt halt.

Die drei Tarifwelten kurz erklärt

TarifweltMerkmal
Geschlossene Bisex-TarifeBis Ende 2012 verkauft, seither für das Neugeschäft geschlossen. Geschlechtsabhängig kalkuliert.
Geschlossene Unisex-TarifeAb Januar 2013 eingeführt, inzwischen wieder vom Neugeschäft ausgenommen. Geschlechtsunabhängig kalkuliert.
Offene Unisex-TarifeAb Januar 2013 eingeführt, nach wie vor für Neukunden offen. Geschlechtsunabhängig kalkuliert.

Alle Anbieter, Termine und Detail-Beiträge

In der folgenden Tabelle finden Sie alle PKV-Gesellschaften samt dem Termin der geplanten Anpassung und dem Link zum ausführlichen Blogbeitrag des jeweiligen Anbieters. Die Detail-Beiträge erscheinen nach und nach, sobald die Zahlen der einzelnen Gesellschaften vorliegen. Bis spätestens Anfang November 2026 ist die Liste vollzählig.

Falls Sie über eine Suchmaschine oder eine KI-Antwort auf dieser Seite gelandet sind: Diese Übersicht gilt für die Anpassungsrunde zum Jahreswechsel 2026/2027 und wird laufend aktualisiert.

PKV-GesellschaftTermin der AnpassungDetails zur Beitragsanpassung 2027
Allianz01.01.2027Allianz BAP 2027
Alte Oldenburger01.01.2027Alte Oldenburger BAP 2027
ARAG01.01.2027ARAG BAP 2027
AXA01.01.2027AXA BAP 2027
Barmenia01.01.2027Barmenia BAP 2027
BBKK01.01.2027BBKK BAP 2027
Continentale01.01.2027Continentale BAP 2027
Debeka01.01.2027Debeka BAP 2027
DKV01.04.2027DKV BAP 2027
Generali (ehem. Central)01.01.2027Generali BAP 2027
Gothaer01.01.2027Gothaer BAP 2027
Hallesche01.01.2027Hallesche BAP 2027
HanseMerkur01.01.2027HanseMerkur BAP 2027
HUK Coburg01.03.2027HUK BAP 2027
Inter01.01.2027Inter BAP 2027
LKH (Landeskrankenhilfe)01.01.2027LKH BAP 2027
Münchener Verein01.01.2027Münchener Verein BAP 2027
Nürnberger01.01.2027Nürnberger BAP 2027
Ottonova01.01.2027Ottonova BAP 2027
R+V01.01.2027R+V BAP 2027
SDK01.01.2027SDK BAP 2027
Signal Iduna01.01.2027Signal Iduna BAP 2027
UKV (Union)01.01.2027UKV BAP 2027
uniVersa01.01.2027uniVersa BAP 2027
Württembergische01.01.2027Württembergische BAP 2027
Hinweis: HUK Coburg (01.03.2027) und DKV (01.04.2027) passen ihre Beiträge traditionell nicht zum 1. Januar an, sondern im Frühjahr.

Warum steigen die PKV-Beiträge 2027 schon wieder?

Die kurze Antwort: Weil die Kosten im Gesundheitswesen steigen und weil ein Versicherer den Beitrag gar nicht nach eigenem Ermessen anheben darf. Jede Anpassung muss von einem unabhängigen Treuhänder geprüft werden. Sie ist also keine Willkür der Gesellschaft, sondern das Ergebnis einer Nachkalkulation: Überschreiten die tatsächlichen Ausgaben die kalkulierten Werte um einen festgelegten Schwellenwert, muss der Versicherer reagieren. Die wichtigsten Treiber im Einzelnen:

Steigende Behandlungskosten

Ärztliche Leistungen, Klinikaufenthalte und Arzneimittel werden teurer. Die allgemeine Teuerung macht um das Gesundheitswesen keinen Bogen.

Medizinischer Fortschritt

Neue Diagnose- und Behandlungsmethoden verbessern die Versorgung, kosten aber Geld. Bezahlt wird beides über die Beiträge.

Entmischung der Kollektive

In geschlossenen Tarifen verteilen sich die Ausgaben auf immer weniger Versicherte. Wer bleibt, verursacht im Schnitt höhere Kosten, der Beitrag zieht entsprechend nach.

Das Zinsniveau

Die Alterungsrückstellungen der Versicherer müssen Erträge erwirtschaften. Fällt der Zins niedriger aus als kalkuliert, fehlt dieses Geld in der Rechnung.

Steigende Lebenserwartung

Wir werden älter und brauchen dadurch länger medizinische Versorgung. Erfreulich für uns alle, teuer für die Kalkulation.

So behalten Sie Ihren Beitrag langfristig im Griff

Gegen die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen können Sie nichts tun. Gegen einen zu hohen Beitrag schon. Eine ausführliche Übersicht aller Stellschrauben finden Sie in unseren Tipps zur Beitragsoptimierung in der PKV, die wichtigsten stellen wir Ihnen hier vor.

  • Alterungsrückstellungen und gesetzlicher Zuschlag

Zwei Dämpfer sind bereits eingebaut: Aus Ihren Beiträgen bilden die Versicherer Alterungsrückstellungen, die Steigerungen im Alter abfedern. Der gesetzliche Zuschlag von zehn Prozent entfällt mit dem 60. Geburtstag, das angesparte Kapital wirkt ab 65 beitragsmindernd.

  • Selbstbeteiligung moderat erhöhen

Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Monatsbeitrag. Sinnvoll ist der Schritt nur, wenn die jährliche Ersparnis deutlich über dem hinzukommenden Eigenanteil liegt. Angestellte sollten dabei bedenken, dass der Arbeitgeber die Selbstbeteiligung nicht bezuschusst.

  • Krankentagegeld zum Renteneintritt streichen

Mit dem Ruhestand entfällt der Bedarf an Krankentagegeld. Der entsprechende Baustein kann gekündigt werden, die Gesamtprämie sinkt sofort.

  • Beitragsentlastungstarife

Beitragsentlastungstarife funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Wer heute etwas mehr zahlt, zahlt im Rentenalter deutlich weniger. Interessant vor allem für Selbstständige (steuerlich absetzbar) und gutverdienende Angestellte (der Arbeitgeber zahlt mit).

  • Jährlich zahlen oder vorauszahlen

Bei jährlicher Zahlweise gewähren viele Gesellschaften einen Nachlass. Die Vorauszahlung der Beiträge für mehrere Jahre kann sich außerdem steuerlich rechnen.

Tarifwechsel nach § 204 VVG: Gleiche Leistung, niedrigerer Beitrag

Die wirkungsvollste Option kennen die wenigsten: Der interne Tarifwechsel nach § 204 VVG gibt jedem Privatversicherten das gesetzlich verbriefte Recht, innerhalb der eigenen Gesellschaft in einen gleichartigen, günstigeren Tarif zu wechseln. Die Eckpunkte:

  • Keine erneute Gesundheitsprüfung: Der Wechsel innerhalb der eigenen Gesellschaft ist ohne neue Risikoprüfung möglich.
  • Alterungsrückstellungen bleiben erhalten: Das über Jahre angesparte Kapital wechselt vollständig mit.
  • Spürbare Ersparnis: Einsparungen von bis zu 47 Prozent bei gleichen Leistungen sind realistisch.
  • Überschaubarer Aufwand: Geprüft wird anhand Ihrer Vertragsunterlagen, der Wechsel selbst ist Formsache.

Warum Ihnen Ihr Versicherer diese Tarife selten von sich aus zeigt? Auf dem Papier steht Ihnen der Tarifwechsel jederzeit kostenlos offen. In der Praxis bekommen Sie vom eigenen Anbieter oft nur einen Bruchteil der infrage kommenden Tarife zu sehen.

Typische Fehler nach dem Erhöhungsschreiben

Der erste Impuls nach dem Brief ist Ärger. Verständlich. Teuer wird es erst, wenn aus dem Ärger eine Kurzschlussreaktion wird. Drei Fehler sehen wir immer wieder:

  • Das Standardangebot ungeprüft annehmen

Viele Versicherer legen dem Erhöhungsschreiben gleich einen Alternativvorschlag bei. Diese Angebote sind selten die günstigste Lösung, häufig steckt darin ein geringerer Leistungsumfang oder schlicht nicht der beste verfügbare Tarif. Erst prüfen lassen, dann entscheiden.

  • Übereilt kündigen

Ein Anbieterwechsel klingt nach der einfachen Lösung, hat aber gleich mehrere Haken: Neue Gesundheitsprüfung, Verlust der Alterungsrückstellungen, höheres Eintrittsalter. Kommt es beim neuen Versicherer nicht zur Annahme, muss Sie der alte nicht zu den bisherigen Konditionen zurücknehmen. Im schlimmsten Fall endet das im Basistarif, der nur gesetzliche Kassenleistungen bietet und im Höchstfall rund 1.017 Euro im Monat kostet (Stand 2026, Tendenz steigend).

  • Vorschnell klagen

Einige Kanzleien werben nach jeder Anpassungsrunde mit hohen Rückzahlungen wegen unwirksamer Beitragserhöhungen. Die Erfolgsaussichten sind überschaubar, die Verfahren ziehen sich. Die Wirksamkeit fachlich prüfen zu lassen ist legitim, eine Klage sollte aber der letzte Schritt sein, nicht der erste.

Häufige Fragen zur PKV-Beitragserhöhung 2027

Muss ich die Beitragserhöhung 2027 einfach hinnehmen?

Nein. Sie können den Beitrag über einen internen Tarifwechsel nach § 204 VVG senken, die Selbstbeteiligung anpassen oder Bausteine wie das Krankentagegeld zum Renteneintritt streichen. Ihr Versicherungsschutz bleibt dabei bestehen.

Wann erfahre ich, wie stark mein Beitrag steigt?

Das Schreiben Ihres Versicherers erreicht Sie in der Regel zwischen Oktober und Dezember 2026, je nach Gesellschaft. Die Anpassung greift bei fast allen Anbietern zum 01.01.2027, bei der HUK zum 01.03.2027 und bei der DKV zum 01.04.2027.

Verliere ich beim internen Tarifwechsel meine Altersrückstellungen?

Nein. Beim Wechsel innerhalb der eigenen Gesellschaft bleiben die Rückstellungen vollständig erhalten. Genau das unterscheidet den Tarifwechsel vom Anbieterwechsel, bei dem ein Großteil verloren geht.

Lohnt sich der Wechsel zu einer anderen Gesellschaft?

Selten. Sie starten dort ohne Ihre Rückstellungen, mit neuer Gesundheitsprüfung und höherem Eintrittsalter. Der interne Tarifwechsel liefert die Ersparnis ohne diese Nachteile.

Fazit zur PKV-Beitragserhöhung 2027

Kein Grund zur Panik, aber ein Grund, genau hinzuschauen. Die Beitragserhöhung 2027 trifft fast jede Gesellschaft, die Mathematik dahinter ist solide, ändern werden Sie sie nicht. Was Sie ändern können, ist Ihr eigener Tarif.

Genau darauf haben wir uns spezialisiert. Seit über einem Jahrzehnt machen wir nichts anderes, als Privatversicherte innerhalb ihrer Gesellschaft in günstigere Tarife zu bringen, mehr als 2.000 Mal haben wir das inzwischen begleitet. Ob sich der Wechsel bei Ihnen lohnt, können wir aus der Ferne nicht versprechen, das zeigt erst der Blick in Ihren Vertrag. Schicken Sie uns Ihre Unterlagen, wir schauen drauf.

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