Welche Tarife der Allianz PKV erhalten 2027 eine Beitragserhöhung?
Die Beitragsanpassungen (BAP) der Allianz treffen nicht jeden Versicherten gleich. Entscheidend ist, in welcher Tarifwelt Sie versichert sind:
Die Bisex-Tarifwelt (Abschluss vor 21.12.2012): Diese Verträge wurden getrennt nach Geschlecht kalkuliert und sind heute für Neukunden geschlossen. Da die Versicherten gemeinsam älter werden und keine jungen, gesunden Mitglieder nachrücken, steigen die Kosten pro Kopf. Anpassungen fallen hier oft besonders deutlich aus. Allen voran auch deshalb, weil die Kollektive durch Kündigung, Tod & Tarifwechsel regelmäßig kleiner werden.
Die Unisex-Tarifwelt (Abschluss ab 21.12.2012): Hier zahlen Männer und Frauen identische Beiträge (z. B. in der AktiMed-Reihe). Diese Tarife erhalten zwar jungen Zuwachs, sind aber dennoch von der allgemeinen medizinischen Inflation betroffen.
Diese Allianz-Tarife können 2027 eine Beitragsanpassung erhalten:
Geschlossene Bisex & Unisex-Tarife
Kompakttarife:
- AktiMed-Tarifreihe Bisex (AktiMed Best 90, AktiMed Best S, AktiMed Plus 100, AktiMed Plus 90, AktiMed Plus 90P, AktiMed Start 70, AktiMed Start 90)
- AktiMed-Tarifreihe Unisex (AktiMed 90PU, AktiMed Best 90U, AktiMed Best SU, AktiMed Plus 100U, AktiMed Plus 70PU, AktiMed Plus 90U, AktiMed Plus 90PU)
- ES-Tarifreihe (ES 300, ES 600, ESN 300)
- Tarif KB
- VS-Tarifreihe (VS 0, VS 1200, VS 2400, VS 600, VSi, VSi 0, VSP 0, VSP 1200, VSP 1400, VSP 600)
- 100er-Tarifreihe (180)
- 2800er-Tarifreihe (2800, 2810, 2820)
- AV-Tarifreihe (AV 1, AV 2)
Ambulante Tarife:
- 2000er-Tarifreihe (2000, 2005, 2007, 2030, 2035, 2037, 2700)
- 700er-Tarifreihe (701, 702, 703, 704, 705, 709, 710, 711, 712)
- 760er-Tarifreihe (760, 761, 764, 766, 767, 768, 769)
Stationäre Tarife:
- 2er-Tarifreihe (2500, 2705)
- 720er-Tarifreihe (720, 722)
- VSZ-Tarifreihe (VSZ1, VSZ2)
- 780er-Tarifreihe (780)
Dentale Tarife:
Offene Unisex-Tarife
| Tarif | Kinder | Jugendliche | Erwachsene |
| GSB70 | Steigerung | Steigerung | Steigerung |
| GSP70 | Steigerung | Steigerung | Steigerung |
| GSZ100 | Stabil | Stabil | Stabil |
| GSZ90 | Stabil | Stabil | Stabil |
| GSZ75 | Stabil | Stabil | Stabil |
Das Problem der Kollektiventmischung
Ein Hauptgrund für extreme Sprünge bei Alttarifen ist die sogenannte Entmischung. Gesunde Versicherte wechseln den Tarif, während chronisch Kranke und ältere Kunden verbleiben. Die Krankheitskosten konzentrieren sich auf wenige Schultern – eine Abwärtsspirale beginnt.
Die PKV-Beitragserhöhungen der Allianz in den letzten Jahren im Überblick
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass auch ein finanzstarker Versicherer wie die Allianz regelmäßig anpassen muss:
| Jahr der Anpassung | Zum Blogbeitrag |
| 2026 | Allianz BAP 2026 |
| 2025 | Allianz BAP 2025 |
| 2024 | Allianz BAP 2024 |
Warum erhöht die Allianz meinen PKV-Beitrag schon wieder?
Dass Beiträge steigen, obwohl man selbst selten beim Arzt war, sorgt für Frust. Die Ursachen liegen jedoch im System und hängen von gesetzlichen Faktoren ab:
- Medizinischer Fortschritt: Neue Medikamente (z. B. Gen- und Krebstherapien) und moderne OP-Verfahren retten Leben, kosten aber oft fünfstellige Summen. Die Allianz garantiert Ihnen vertraglich stets die modernste Behandlung.
- Kostenexplosion im Gesundheitswesen: Höhere Personalkosten in Kliniken und gestiegene Energiepreise verteuern jede Behandlung. Diese Kosten werden über die Honorarordnungen direkt an die PKV weitergegeben.
- Das Erbe der Niedrigzinsphase: Um Ihre Beiträge im Alter stabil zu halten, legt die Allianz Altersrückstellungen am Kapitalmarkt an. Die vergangene Nullzins-Ära drückt noch heute die Erträge, was durch höhere Beiträge ausgeglichen werden muss.
- Steigende Lebenserwartung: Da Versicherte glücklicherweise älter werden, muss die Allianz medizinische Leistungen über einen längeren Zeitraum finanzieren als kalkuliert.
- Gesetzliche Auslöser (Schwellenwerte): Die Allianz darf Beiträge nicht willkürlich anpassen. Erst wenn die realen Ausgaben eines Tarifs die Kalkulation um 10% übersteigen, muss eine Anpassung erfolgen. Dadurch entstehen oft plötzliche Beitragssprünge nach jahrelanger Stabilität.
Ist meine PKV bei der Allianz noch sicher? Beiträge im Rentenalter
Die Sorge, die PKV im Ruhestand nicht mehr bezahlen zu können, ist häufig unbegründet bzw. zu kurz gedacht. Das System schützt ältere Versicherte über verschiedene Mechanismen:
- Tarifliche Altersrückstellungen: Ein Teil Ihres Beitrags wird von Beginn an verzinst angespart. Dieses Finanzpolster gleicht die altersbedingt höheren Krankheitskosten im Alter gezielt aus.
- Wegfall des gesetzlichen Zuschlags (10%): Wer nach 2000 abgeschlossen hat, zahlt bis zum 60. Lebensjahr einen Zuschlag. Mit 60 fällt dieser Beitragsteil automatisch weg.
Praktische Stellschrauben zur Beitragsreduzierung:
- Tarifwechsel nach §204 VVG: Der wichtigste Hebel für bezahlbare Beiträge im Alter. Der Wechsel in einen günstigeren, gleichwertigen Tarif der Allianz unter vollem Erhalt aller Altersrückstellungen kann den Beitrag um bis zu 47% senken.
- Höhere Selbstbeteiligung: Das Erhöhen des Eigenanteils senkt den Monatsbeitrag sofort spürbar. Wichtig ist hierbei, dass die Ersparnis weit über der hinzukommenden SB liegen muss.
- Beitragsentlastungstarif: Wenn frühzeitig vereinbart, senkt dieser Baustein die Prämie ab dem 65. Lebensjahr garantiert um einen festen Betrag.
- Krankentagegeld reduzieren: Im Ruhestand entfällt das Arbeitseinkommen. Das Krankentagegeld kann komplett gestrichen werden.
- Vorauszahlung & Steuern: Bei jährlicher Zahlweise gewährt die Allianz oft Skonto. Zudem ist der Basisanteil der PKV voll als Sonderausgabe steuerlich absetzbar. Eine Vorauszahlung der PKV-Beiträge für mehrere Jahre kann bei Selbständigen zusätzlich für steuerliche Vorteile sorgen.
Kundenfall: Tarifwechsel nach §204 VVG innerhalb der Allianz
Wie effektiv der interne Tarifwechsel in der Praxis ist, zeigt dieses Beispiel aus unserem Beratungsalltag. Unser Kunde Thomas, Baujahr 1966, kam Anfang 2026 über eine Empfehlung zu uns. Er ist seit Jahrzehnten im Tarif VS0 + VSZ2 versichert und zahlt insgesamt 1.063,02€ monatlich an die Allianz. So sah seine alte Police aus:

Aus über 200 Tarifen haben wir innerhalb der Allianz eine geeignete Lösung gefunden, die folgendes beinhaltet:
- Identische Leistungen in allen Bereichen
- Voller Erhalt der Altersrückstellungen
- Keine neuen Wartezeiten – alles wird angerechnet
- Keine Gesundheitsprüfung
- Spürbare Beitragssenkung
So sieht sein neuer Versicherungsschein nach dem Tarifwechsel aus:

Den Monatsbeitrag konnten wir durch einen Tarifwechsel nach §204 VVG auf 749,25€ monatlich senken. Thomas spart damit über 300€ monatlich und kann nun gelassen in Richtung Renteneintritt schauen.
Drei typische Fehler nach einer Beitragsanpassung der Allianz
Reagieren Sie nach Erhalt des Erhöhungsschreibens nicht emotional, sondern strategisch. Vermeiden Sie diese drei Fehler:
- Standardangebote blind annehmen: Die der BAP beigefügten Angebote der Allianz enthalten oft massive Leistungskürzungen (z. B. Verzicht auf Chefarzt). Sie werden automatisiert erstellt und passen selten zu Ihrem Bedarf. Darüber hinaus werden aus dem Tarifdschungel der Allianz nur einige wenige Angebote präsentiert.
- Den Vertrag voreilig kündigen: Bei einem Wechsel zu einem anderen Anbieter verlieren Sie den Großteil Ihrer Altersrückstellungen. Zudem scheitert ein Neuabschluss oft an der strengen Gesundheitsprüfung.
- Hoffnung auf unseriöse Klagewellen: Das Einklagen von Erhöhungen über Online-Anwälte ist nach der aktuellen BGH-Rechtsprechung selten erfolgreich. Selbst bei formalen Fehlern kann der Versicherer die Begründung rückwirkend heilen. Sie riskieren hohe Gerichtskosten, ohne das Beitragsproblem dauerhaft zu lösen.
Anbieterwechsel vs. interner Tarifwechsel im Vergleich
| Kriterium | Wechsel der Gesellschaft | §204 VVG Tarifwechsel |
| Altersrückstellungen | Gehen verloren | Bleiben erhalten |
| Gesundheitsprüfung | Ja, vollumfänglich | Nein, bzw. nur für bessere Leistungen |
| Risikozuschläge | Drohen bei jeder Vorerkrankung | Nein |
| Eintrittsalter | Einstufung nach heutigem Alter | Ursprüngliches Alter bleibt die Basis |
| Erworbene Rechte | Gehen verloren (z.B. Zahnstaffel) | Bleiben vollumfänglich erhalten |
Fazit zur Beitragserhöhung der Allianz: Bleiben Sie besonnen und nutzen Sie Ihre Rechte
Die Beitragserhöhung für 2027 ist kein Grund zur Panik. Das Gesetz schützt Sie: Sie müssen die Allianz nicht verlassen, um Ihre Prämie zu senken. Der interne Tarifwechsel nach §204 VVG ist der sicherste und wirtschaftlichste Weg, um Ihren Versicherungsschutz bezahlbar und zukunftssicher zu gestalten.
Als unabhängiger Experte empfehle ich Ihnen: Lassen Sie Ihre Allianz-Police professionell prüfen. Wir finden die Tarife, die Ihnen die Allianz von sich aus oft nicht vorschlägt.
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