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PKV für Angestellte – Wann lohnt sich der Wechsel wirklich?

Sie haben die JAEG geknackt? Glückwunsch, Sie sind nun „freiwillig“ versichert. Aber Vorsicht: Die PKV ist kein einfaches Sparmodell für Gutverdiener. In diesem 5.000-Wörter-Deep-Dive zerlegen wir das System: Von der gefährlichen Einkommenslücke beim Krankengeld über den Arbeitgeberzuschuss bis hin zur knallharten Realität im Rentenalter. Lesen Sie, wann der Wechsel ein No-Brainer ist und wann Sie besser in der GKV bleiben. Keine Werbung, nur Fakten.
Inhaltsverzeichnis

Das Privileg der Wahl: Wenn die JAEG fällt

Herzlich willkommen in der “Freiheit”. Wenn Ihr Gehaltszettel regelmäßig eine Zahl oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) ausweist, sind Sie für den Gesetzgeber kein schutzbedürftiges Mitglied der Solidargemeinschaft mehr. Sie sind “freiwillig” versichert.

Viele Angestellte verstehen diesen Moment falsch. Sie denken, sie müssten sich jetzt entscheiden. Die Wahrheit ist: Die Entscheidung wurde Ihnen durch Ihren Erfolg aufgezwungen. Bleiben Sie in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), zahlen Sie ab sofort den Höchstbeitrag. Das sind im Jahr 2026 inklusive Pflegeversicherung und Zusatzbeitrag locker über 1.150 Euro im Monat (anteilig natürlich mit dem Arbeitgeber). Die Höhe des zu verbeitragenden Einkommens wird jedes Jahr durch die Beitragsbemessungsgrenze festgelegt.

Bevor wir über Tarife sprechen, muss eines klar sein: Private Krankenversicherung verstehen bedeutet, das Systemrisiko zu begreifen. In der GKV sind Sie Bittsteller politischer Mehrheiten. In der PKV sind Sie Vertragspartner auf Augenhöhe. Aber – und das ist das große “Aber”: Die PKV ist keine Einbahnstraße zum Sparen. Wer hier nur auf die kurzfristige Ersparnis schielt, landet schneller im finanziellen Abseits, als er “Beitragsanpassung” sagen kann.

Der Systemvergleich: Solidarität vs. Äquivalenz

In der GKV gilt das Solidarprinzip. Das klingt heroisch, bedeutet für Sie aber: Sie zahlen für die chronisch Kranken, die Kinder und die Rentner mit – ohne dass Ihr eigener Leistungsanspruch dadurch steigt. Wenn die Politik entscheidet, dass Zahnersatz nur noch “ausreichend und zweckmäßig” sein darf, dann betrifft Sie das als Höchstzahler genauso wie den Geringverdiener.

In der PKV gilt das Äquivalenzprinzip. Ihr Beitrag richtet sich nach:

  1. Ihrem Eintrittsalter.
  2. Ihrem Gesundheitszustand.
  3. Ihrem gewählten Leistungsumfang.

Das ist kalkulierbare Mathematik. Ihr Geld wird am Kapitalmarkt angelegt, um die Kosten im Alter abzufedern. Aber Achtung: Es gibt hier massive Unterschiede in der Kalkulationsqualität der Versicherer. Es gibt Gesellschaften, die “locken” mit niedrigen Beiträgen und “vergessen” dabei, ordentliche Rückstellungen zu bilden. Deshalb sagen wir immer: Die PKV ist kein Sparmodell zur GKV. Wenn Sie wechseln, dann weil Sie die bessere Leistung wollen und bereit sind, die Ersparnis für später beiseitezulegen.

Die harten Fakten: Leistungen, die Sie in der GKV niemals kriegen

Lassen wir das Gerede über Einzelzimmer und Chefarzt mal kurz beiseite. Das ist “Nice-to-have”, aber nicht zwangsläufig kriegsentscheidend. Worauf es wirklich ankommt, sind die harten Fakten im Bedingungswerk und die Vertragsgestaltung.

Das Krankentagegeld – Ihre Existenzversicherung

Als Angestellter fühlen Sie sich sicher. Sechs Wochen Lohnfortzahlung, danach Krankengeld. Aber wissen Sie, wie hoch das gesetzliche Krankengeld ist? Es ist gedeckelt auf maximal 135,63€ pro Tag und 78 Wochen innerhalb von drei Jahren bei derselben Krankheit. Wenn Sie 8.000 Euro brutto verdienen, klafft nach der sechsten Woche eine riesige Lücke in Ihrem Budget. In der PKV können Sie Ihr Krankentagegeld so hoch ansetzen, dass Ihr Lebensstandard (Miete, Hauskredit, Leasingraten etc.) 1:1 weiterläuft. Das ist für einen Gutverdiener die wichtigste Leistung überhaupt.

Heil- und Hilfsmittel

Haben Sie schon mal versucht, in der GKV einen modernen Rollstuhl oder eine Prothese aus Carbon zu bekommen? Viel Erfolg beim Klagen vor dem Sozialgericht. In der PKV definieren wir “offene Hilfsmittelkataloge”. Das bedeutet: Wenn in 20 Jahren eine Technologie erfunden wird, die heute noch niemand kennt, muss Ihr Versicherer sie bezahlen, wenn sie medizinisch notwendig ist. Das ist Zukunftssicherheit. Schauen Sie sich dazu unbedingt unseren Deep-Dive an: PKV richtig vergleichen.

Gleiches gilt auch für die Heilmittel (z.B. Physiotherapie, Krankengymnastik uvm.). Hier gibt es in der GKV teils hohe Eigenbeteiligungen. In einem vernünftigen PKV-Tarif sind Heilmittel ohne Begrenzungen abgesichert.

Psychotherapie, Vorsorge und Co.

In der GKV warten Sie monatelang auf einen Therapieplatz – und dann nur bei Kassenzulassung. In der PKV haben Sie Zugang zu Privatpraxen. Ähnliches gilt für Vorsorgeuntersuchungen und viele andere Leistungsbereiche. Während die GKV erst zahlt, wenn das Kind im Brunnen liegt (oder Sie ein gewisses Alter erreicht haben), ermöglichen gute PKV-Tarife Check-Ups, wann immer Sie es für sinnvoll halten.

Der Arbeitgeberzuschuss: Das “Geschenk” des Chefs

Hier wird es für Angestellte extrem spannend. Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, sich an Ihrer privaten Krankenversicherung zu beteiligen (§ 257 SGB V). Er zahlt maximal die Hälfte des Beitrags, aber gedeckelt auf den Betrag, den er in der GKV für Sie zahlen müsste. Alle Details finden Sie in unserem Blogbeitrag zum Arbeitgeberzuschuss 2026.

Ein Rechenbeispiel aus der Praxis

Kostet Ihre PKV 600 Euro und die Pflegeversicherung 60 Euro, zahlt der Chef 330 Euro dazu. Sie zahlen effektiv nur 330 Euro für eine Absicherung, die Lichtjahre über der GKV liegt. Der Clou: Wenn Sie einen Beitragsentlastungstarif abschließen, beteiligt sich der Arbeitgeber sogar an Ihrer Vorsorge für das Rentenalter. Sie lassen den Chef also quasi Ihre Altersrückstellungen mitfinanzieren. Wer das nicht nutzt, verschenkt bares Geld. Die Rendite mit 50% (sofern Gesamtbeitrag unter den Höchstgrenzen) ist unschlagbar. Der Beitragsentlastungstarif ist das wichtigste Instrument, um bezahlbare PKV-Beiträge im Rentenalter garantieren zu können.

Die Krux mit der Familienplanung

Das ist der Punkt, an dem die meisten Beratungen schwammig werden. Wir nicht. Wenn Sie planen, drei Kinder zu bekommen und Ihr Partner / Ihre Partnerin langfristig nicht arbeitet, kann die PKV teuer werden. Warum? Weil es in der PKV keine beitragsfreie Familienversicherung gibt. Jedes Kind kostet einen eigenen Beitrag (ca. 160 bis 240 Euro, je nach Leistung).

Aber: Rechnen Sie nach! Ein gutverdienendes Paar, beide in der PKV, mit zwei Kindern, zahlt oft in Summe immer noch nicht mehr als zwei Höchstsätze in der GKV. Und die Kinder genießen von Geburt an den Status eines Privatpatienten – inklusive schneller Termine beim Kinderarzt und besten Medikamenten. Man muss es sich nur leisten wollen. Die Entscheidung für die PKV ist auch eine Entscheidung für die Gesundheit der nächsten Generation.

Es geht also auch hier weniger um das Thema “Ersparnis zur GKV” als um die bewusste Absicherung von Top-Leistungen im Krankheitsfall. Zumal Kinder in der PKV nur ein “zeitlich begrenztes Übel” sind. Spätestens mit Beginn der Ausbildung entfallen die Kids aus der PKV und kehren in die GKV zurück.

Die Angst vor dem Alter: Mythos vs. Realität

“Wenn du alt bist, kannst du dir die PKV nicht mehr leisten!” – Dieser Satz ist das Lieblingsargument der GKV-Verfechter. Und ja, es gibt Vorurteile gegenüber der PKV, die einen wahren Kern haben: Wer in jungen Jahren in Billigtarife flüchtet und die Ersparnis verprasst, bekommt später Probleme.

Aber wer systematisch vorgeht, ist im Alter immer besser gestellt:

  1. Gesetzlicher Zuschlag: Bis 60 zahlen Sie 10 % extra, um Beitragssteigerungen im Alter abzufangen.
  2. Entfall des Krankentagegeldes: Als Rentner brauchen Sie kein Tagegeld mehr. Der Beitrag sinkt automatisch.
  3. Zuschuss vom Rentenversicherungsträger: Auch die Rentenkasse schießt später zur PKV dazu – genau wie früher der Arbeitgeber.
  4. Altersrückstellungen: Ein seriöser Versicherer baut enorme Puffer auf.
  5. Entlastungstarif: Wer einen Teil der Ersparnis clever in einem Beitragsentlastungstarif packt, kann seinen Monatsbeitrag zum Renteneintritt planbar senken.

Wichtig ist zudem, die Altersgrenzen beim PKV-Wechsel im Blick zu behalten. Je früher Sie einsteigen, desto länger wirkt der Zinseszins auf Ihre Rückstellungen und desto geringer ist Ihr Einstiegsbeitrag.

Die anonyme Risikovoranfrage: Warum ein voreiliger Antrag Ihr Ruin sein kann

Das ist der Punkt, an dem wir als Spezialisten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Viele Angestellte gehen heute auf Vergleichsportale, klicken sich durch drei bunte Schieberegler und drücken auf „Angebot anfordern“ oder – noch schlimmer – „Antrag stellen“.

Das Problem: In dem Moment, in dem Sie einen scharfen Antrag stellen, erfährt der Versicherer alles über Ihre Krankenhistorie. Werden Sie abgelehnt oder mit einem saftigen Risikozuschlag belegt, landet diese Information unter Umständen im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft (HIS). Herzlichen Glückwunsch, Sie sind nun „markiert“.

Wir arbeiten ausschließlich über die anonyme Risikovoranfrage. Dabei bereiten wir Ihre Gesundheitshistorie so auf, dass kein Name fällt. Wir klopfen bei den Gesellschaften an und fragen: „Hättet ihr Interesse an diesem Risiko-Profil?“. Erst wenn wir ein verbindliches Votum haben, das für Sie vorteilhaft ist, gehen wir den nächsten Schritt. Das ist Handarbeit, kein Algorithmus. Wer das ignoriert, spielt russisches Roulette mit seinem Versicherungsschutz.

Uns ist schon klar, dass das für Sie mit einem Mehraufwand einhergeht. Einfach spontan einen Antrag stellen klingt leichter. Aber haben Sie sich schon einmal ein Auto gekauft und es vorher weder besichtigt, noch probegefahren?

Die Fallstricke bei Elternzeit und Teilzeit (Der “Angestellten-Check”)

Als junger Gutverdiener denken Sie heute vielleicht noch nicht ans Windeln wechseln. Aber das Leben passiert. Für Angestellte in der PKV gibt es hier zwei kritische Szenarien, die Sie kennen müssen:

Elternzeit: Die Beitragsfalle

In der GKV sind Sie während der gesetzlichen Elternzeit oft beitragsfrei versichert (sofern Sie nicht über den Partner familienversichert sein können). In der PKV läuft Ihr Beitrag weiter. Und zwar der volle Beitrag, da der Arbeitgeberzuschuss in der Zeit der reinen Elternzeit (ohne Gehalt) wegfällt.

Die Lösung: Es gibt Tarife, die eine Beitragsbefreiung bei Elternzeit für 6 bis 12 Monate garantieren. Wer das nicht im Kleingedruckten stehen hat, zahlt im Zweifel 700 Euro im Monat weiter, während das Einkommen auf Elterngeld-Niveau sinkt.

Teilzeit und die Versicherungspflicht

Was passiert, wenn Sie nach der Elternzeit nur noch 20 Stunden arbeiten? Wenn Ihr Gehalt dadurch unter die JAEG rutscht, werden Sie sofort wieder versicherungspflichtig in der GKV. Hier rettet Sie die Befreiung von der Versicherungspflicht nach §8 SGB V. Arbeitnehmer können sich von der Versicherungspflicht durch Teilzeit befreien lassen, wenn die Stunden um mindestens 50% reduziert werden und sie binnen der letzten fünf Jahre nicht in der GKV pflichtversichert waren. Doch Vorsicht: Diese Entscheidung ist einmalig und gilt dauerhaft. Sie sollte also wohlüberlegt sein.

Eine smartere Alternative ist oft die Umstellung der regulären PKV in eine sog. Anwartschaftsversicherung. Diese sorgt dafür, dass beim Aufstocken der Stunden ohne erneute Gesundheitsprüfung in die PKV zurückgewechselt werden kann.

Deep-Dive: Die “unsichtbaren” Klauseln im Bedingungswerk

Wenn Sie die PKV richtig vergleichen möchten, schauen Sie bitte nicht auf das Ersatz-Krankenhaustagegeld oder die Brille. Schauen Sie auf diese drei Punkte:

Absicherung über den Höchstsätzen der GOÄ

Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) sieht Steigerungssätze vor (2,3-fach bis 3,5-fach). Wirklich gute Spezialisten verlangen aber oft Honorarvereinbarungen weit darüber hinaus. Wenn Ihr Tarif bei 3,5-fach deckelt, zahlen Sie bei einer schweren Herz-OP oder einer Krebstherapie bei einer Koryphäe tausende Euro aus eigener Tasche. Ein Premium-Tarif für Angestellte muss über die Höchstsätze der GOÄ leisten. Zu diesem Thema empfehlen wir Ihnen unseren Blogbeitrag zur freien Arztwahl in der PKV.

Der offene Hilfsmittelkatalog

Wir erwähnten es bereits kurz, aber hier ist die Tiefe wichtig: Es gibt „geschlossene“ Kataloge (da steht drin: Rollstuhl, Prothese, Hörgerät). Und es gibt „offene“ Formulierungen (da steht: „lebenserhaltende oder lebensverändernde technische Geräte“). In einer Welt, in der wir bald über Exoskelette und KI-gesteuerte Organe sprechen, ist ein geschlossener Katalog Ihr Ticket zurück in die medizinische Steinzeit. Wichtig ist, dass Ihre PKV keine Limitierung durch den Versicherer oder festgelegte Preisverzeichnisse vorsieht.

Kur- und Rehaleistungen

Die GKV schickt Sie zur Reha, wenn die Erwerbsfähigkeit bedroht ist (Träger ist in der Regel die Rentenversicherung). In der PKV ist die Reha oft ein Stiefkind. Viele Tarife leisten nur nach vorheriger Zusage oder in ganz engen Grenzen. Achten Sie darauf, dass Anschlussheilbehandlungen (AHB) nach einer OP ohne Wenn und Aber abgedeckt sind.

Psychologie des Wechsels: Warum Angst ein schlechter Ratgeber ist

Wir hören oft: „Ich warte noch zwei Jahre, bis ich mich beruflich stabilisiert habe.“ Das ist der teuerste Fehler, den Sie machen können. Jedes Jahr, das Sie warten, macht die PKV teurer. Nicht nur wegen des Eintrittsalters, sondern wegen des Gesundheitszustandes. Eine einzige Diagnose beim Arzt (z.B. Übergewicht) oder ein Besuch beim Physiotherapeuten wegen Rückenbeschwerden kann dazu führen, dass Sie lebenslang Risikozuschläge zahlen oder bestimmte Leistungen ausgeschlossen werden.

Die PKV sichert man sich, wenn man sie nicht braucht. Wer jung und gesund ist, „kauft“ sich den Gesundheitszustand für den Rest seines Lebens ein. Wer später kommt, zahlt die Zeche. Das ist die bittere Realität der Altersgrenzen beim PKV-Wechsel.

Beitragsstabilität: Wie man die “Blender” entlarvt

Wie erkennt man eine Gesellschaft, die auch in 30 Jahren noch bezahlbar ist? Schauen Sie nicht auf die Beitragsanpassungen (BAP) der letzten zwei Jahre. Schauen Sie auf die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen, die RfB-Quote (Rückstellung für Beitragsrückerstattung), das Neukundenwachstum und die Beitragshistorien der letzten 10 – 20 Jahre. Unternehmen, die ihre Gewinne lieber in Marketing stecken als in die Rückstellungen ihrer Kunden, sollten Sie meiden. Wir bei CCM prüfen diese Kennzahlen quartalsweise. Denn was bringt Ihnen ein Tarif, der heute 100 Euro billiger ist, aber in 5 Jahren um 90% steigt? In unserer täglichen Arbeit erleben wir hier teils massive Unterschiede. Zu erkennen beispielsweise an folgendem Schaubild:

Sabbatical, Arbeitslosigkeit, Selbständigeit: Was passiert, wenn der Arbeitgeber wegfällt?

Das Leben als Angestellter verläuft selten schnurgerade. Was passiert mit Ihrer PKV, wenn sich die Rahmenparameter ändern? Das ist die Frage, die viele Gutverdiener nachts wachhält.

Das Sabbatical (die unbezahlte Auszeit)

Planen Sie eine Weltreise oder eine Auszeit von sechs Monaten? In der GKV bleiben Sie (oft gegen einen Mindestbeitrag) versichert. In der PKV läuft Ihr Vertrag eins zu eins weiter. Der Haken: Ohne Gehalt gibt es keinen Arbeitgeberzuschuss. Sie müssen den Beitrag in dieser Zeit komplett alleine stemmen.

Pro-Tipp: Viele Spitzen-Tarife bieten die Option einer befristeten Ruhendstellung oder den Wechsel in einen Anwartschaftstarif an. So sichern Sie sich Ihren Gesundheitszustand und die Altersrückstellungen für einen Bruchteil des Beitrags, während Sie am Strand von Bali liegen.

Arbeitslosigkeit (der Alptraum)

Werden Sie arbeitslos und beziehen Arbeitslosengeld I (ALG I), tritt in der Regel Versicherungspflicht in der GKV ein – sofern Sie unter 55 Jahre alt sind. Die Arbeitsagentur zahlt dann die GKV-Beiträge.
Aber: Sie können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, wenn Sie bereits fünf Jahre privat versichert waren. Dann übernimmt die Arbeitsagentur den PKV-Beitrag bis zur Höhe des fiktiven GKV-Beitrags. Das ist ein extrem wichtiger Punkt für die Kontinuität Ihrer Absicherung.

Der Schritt in die Selbständigkeit

Wenn Sie den Sprung wagen und Ihr eigenes Business gründen, ist die PKV meist ein Segen. Da Ihr Einkommen als Gründer schwanken kann, die PKV-Beiträge aber stabil bleiben (und nicht wie in der GKV prozentual an den Gewinn gekoppelt sind), behalten Sie die Kostenkontrolle. Wer bereits als Angestellter in der PKV ist, nimmt seine Rückstellungen einfach mit in das neue Leben als Chef.

FAQ-Deep-Dive: Das Experten-Wissen für High-Earner

Hier beantworten wir die Fragen, die uns in der alltäglichen Beratung als Spezialisten für private Krankenversicherungen immer wieder begegnen – fernab von den Standard-Antworten der Versicherungs-Hotlines.

Frage 1: “Kann ich die PKV-Beiträge komplett von der Steuer absetzen?”

Nicht ganz, aber fast. Der Teil Ihres Beitrags, der der sogenannten „Basisabsicherung“ entspricht (also das Niveau der GKV), ist steuerlich voll abzugsfähig. Wahlleistungen wie das Einbettzimmer oder das Krankentagegeld gelten als „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ und sind für Angestellte oft nicht mehr absetzbar, da die Höchstbeträge bereits durch die Basis-PKV erschöpft sind. Trotzdem: Die steuerliche Entlastung ist ein massiver Hebel, der den Netto-Aufwand für Ihre PKV deutlich senkt.

Frage 2: “Was passiert, wenn mein Einkommen unter die JAEG sinkt?”

Das passiert schneller als man denkt – zum Beispiel durch Teilzeit, eine berufliche Veränderung, oder weil die JAEG Sie überholt. Grundsätzlich werden Sie wieder versicherungspflichtig in der GKV. Sie haben jedoch ein „Umstellungsrecht“ für die PKV – und das empfehlen wir fast immer – , das bedeutet: Sie stellen die PKV auf eine Anwartschaft um. So können Sie später ohne erneute Gesundheitsprüfung zurückkehren, wenn Ihr Gehalt wieder steigt. Wenn Sie von der JAEG überholt wurden, können Sie sich einmalig von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Frage 3: “Brauche ich eine Pflegezusatzversicherung?”

Die gesetzliche Pflegepflichtversicherung (PPV) ist in der PKV obligatorisch, aber sie ist genau wie in der GKV nur eine Teilkasko-Absicherung. Wenn Sie im Alter nicht Ihr mühsam aufgebautes Vermögen für die Heimkosten aufzehren wollen, ist eine private Pflegezusatzversicherung (Pflegetagegeld) ein absolutes Muss. Wer jung einsteigt, zahlt hierfür nur „einen Appel und ein Ei“.

Frage 4: “Sind Beitragsrückerstattungen (BRE) sicher?”

Nein. Eine BRE ist eine erfolgsabhängige Leistung des Versicherers. Wenn Sie ein Jahr lang keine Rechnungen einreichen, erstattet Ihnen die Gesellschaft einen Teil der Beiträge zurück. Aber Vorsicht: Kalkulieren Sie niemals fest damit. Sehen Sie die BRE als nettes „Urlaubsgeld“ am Jahresende, aber nicht als festen Bestandteil Ihrer Finanzplanung. Zudem: Reichen Sie Rechnungen erst ein, wenn der Erstattungsbetrag die BRE (unter Berücksichtigung der steuerlichen Auswirkungen!) übersteigt. Die Ausnahme von der obigen Regel bildet die Pauschalleistung (garantierte Beitragsrückerstattung). Sie ist vertraglich garantiert und kann nicht verändert werden.

Frage 5: “Was ist mit Kurleistungen?”

Vorsicht bei diesem Punkt! Viele PKV-Tarife schließen Kuren aus oder leisten nur sehr eingeschränkt. Für Angestellte ist das oft verschmerzbar, da bei einer Reha nach einer schweren OP (Anschlussheilbehandlung) meist andere Träger oder spezifische Tarifbausteine greifen. Schwerer wird es hier schon, wenn Sie als Rentner nicht mehr über die deutsche Rentenversicherung abgesichert sind. Anyways: Prüfen Sie genau, wie Ihr Wunschtarif mit Sanatoriumsbehandlungen umgeht.

Der 5-Schritte-Fahrplan: So kommen Sie sicher in die PKV

Wer jetzt überzeugt ist, sollte nichts überstürzen. Ein Wechsel in die PKV ist eine Entscheidung für das Leben. Folgen Sie diesem Fahrplan:

  1. Bestandsaufnahme: Ermitteln Sie Ihren tatsächlichen Bedarf. Was ist Ihnen wichtiger: Ein niedriger Beitrag heute oder maximale Stabilität im Alter?
  2. Gesundheits-Check: Fordern Sie Ihre Krankenakte bei der Krankenkasse und Ihren Ärzten an. Was steht da wirklich drin? Oft sind Diagnosen vermerkt, von denen Sie gar nichts wussten.
  3. Die anonyme Voranfrage: Wir schicken Ihre anonymisierten Daten ins Rennen und sondieren den Markt. Wer bietet Ihnen die besten Konditionen ohne Zuschläge?
  4. Der Vergleich: Wir stellen die 2-3 Top-Kandidaten gegenüber. Wir lesen das Kleingedruckte für Sie und zeigen Ihnen die Unterschiede in den Bedingungen (GOÄ, Hilfsmittel, Tagegeld etc.).
  5. Abschluss PKV & Kündigung GKV: Erst wenn die Annahmebestätigung der PKV vorliegt, kündigen wir die GKV. Gehen Sie niemals das Risiko ein, zwischen den Systemen zu hängen.

Fazit – Die PKV ist kein Ziel, sondern ein Werkzeug

Lohnt sich der Wechsel für Sie wirklich? Wenn Sie ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben, Wert auf medizinischen Fortschritt legen und bereit sind, sich eigenverantwortlich um Ihre Vorsorge zu kümmern, dann ist die Antwort: Ja.

Die PKV gibt Ihnen die Freiheit, kein Spielball der Politik zu sein. Sie sichert Ihnen Leistungen, die in einem alternden Umlagesystem wie der GKV zwangsläufig weggespart werden müssen. Aber sie fordert auch Disziplin. Wer die Ersparnis gegenüber der GKV nicht in seine Altersvorsorge oder in Beitragsentlastungstarife steckt, handelt fahrlässig.

Wir bei der CCM Versicherungsmakler GmbH sind keine klassischen Versicherungsmakler. Wir sind Analysten mit einer knallharten Spezialisierung auf den Bereich der privaten Krankenversicherung. Wir helfen Ihnen dabei, die Vorurteile gegenüber der PKV beiseite zu schieben und eine Entscheidung auf Basis von harten Fakten zu treffen. Denn am Ende des Tages geht es um Ihre Gesundheit – und die ist unbezahlbar.

Warten Sie nicht, bis das erste Zipperlein den Wechsel erschwert. Nehmen Sie Ihre Gesundheitsvorsorge jetzt in die Hand. Wir begleiten Sie dabei – mit Expertise, Leidenschaft und der nötigen Portion Klartext.

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