Diese R+V-Tarife stehen zum 01.01.2027 auf der Anpassungsliste
Ein angehängtes „U” kennzeichnet bei der R+V die Unisex-Fassung eines Tarifs, in der Liste der geschlossenen Tarife stehen daher beide Generationen nebeneinander. Jede Fassung wird für sich kalkuliert und für sich angepasst.
Geschlossene Tarife (Bisex und Unisex)
Für geschlossene Tarife gibt es kein Neugeschäft mehr. Die verbleibende Versichertengemeinschaft wird kleiner und im Durchschnitt älter, was die Ausgaben je Kopf steigen lässt. Deshalb liegen die Anpassungen hier branchenweit im Mittel über denen der offenen Tarife, das gilt bei jeder Gesellschaft gleichermaßen.
Kompakt
- Classic-Tarifreihe (AGIL classic EP0, AGIL classic EP0U, AGIL classic EP1, AGIL classic EP1U, AGIL classic EP2, AGIL classic EP2U, AGIL classic EP3, AGIL classic EP3U)
- AS-Tarifreihe (AS 2, AS 4)
- Comfort-Tarifreihe (AGIL comfort MP0, AGIL comfort MP1, AGIL comfort MP2, AGIL comfort MP3)
- Premium-Tarifreihe (AGIL premium TN0, AGIL premium TN1, AGIL premium TN2, AGIL premium TN3)
- PA-Tarifreihe (PA 0, PA 1)
- B-Tarifreihe (BSN, BSS, BSS (SG2))
Ambulant
- A-Tarifreihe (A 80, A 100, A 103, A 105)
Stationär
- S-Tarifreihe (S 101, S 102, S 103, SG 2 (BSS))
Dental
- Tarif BSNZ
- Tarif Z 60
- Tarif Z 75
Offene Tarife (Unisex)
Bei den offenen Tarifen wirken die üblichen Marktkräfte, steigende Behandlungskosten, teurere Arzneimittel, medizinischer Fortschritt und die Zinslage der Kapitalanlagen. Die konkreten Werte je Altersgruppe tragen wir in der folgenden Tabelle nach, sobald sie vorliegen.
| Tarif | Kinder | Jugendliche | Erwachsene |
| AGIL classic (CP0U) | Änderung | Änderung | Änderung |
| AGIL classic (CP1U) | Änderung | Stabil | Stabil |
| AGIL classic (CP2U) | Änderung | Stabil | Stabil |
| AGIL classic (CP3U) | Änderung | Stabil | Stabil |
| AGIL comfort (MP0U) | Änderung | Änderung | Änderung |
| AGIL comfort (MP1U) | Änderung | Stabil | Stabil |
| AGIL comfort (MP2U) | Änderung | Stabil | Stabil |
| AGIL comfort (MP3U) | Änderung | Stabil | Stabil |
| AGIL premium (TN0U) | Änderung | Stabil | Stabil |
| AGIL premium (TN1U) | Änderung | Änderung | Änderung |
| AGIL premium (TN2U) | Änderung | Stabil | Stabil |
| AGIL premium (TN3U) | Änderung | Stabil | Stabil |
Der Rückblick auf die vergangenen R+V Anpassungsjahre
Wer seinen Änderungsbescheid richtig bewerten will, sollte den Blick weiten. Eine isolierte Betrachtung eines einzelnen Erhöhungsschritts führt meist zu falschen Rückschlüssen. Entscheidend für die Qualität und Kalkulationssicherheit eines PKV-Tarifs ist die Durchschnittsentwicklung über eine Spanne von 10 bis 20 Jahren.
Sofern sich die durchschnittliche jährliche Verteuerung Ihres Vertrages in diesem langfristigen Zeitfenster in einem Korridor von 2,5% bis 3,5% bewegt, verläuft alles nach Plan. Verzeichnet Ihr spezieller R+V-Tarif über diesen langen Zeitraum hinweg jedoch eine deutlich steilere Kurve, deutet dies auf ein strukturelles Problem hin. In solchen Fällen ist eine Überprüfung von Tarifalternativen dringend anzuraten, um den Vertrag rechtzeitig zu optimieren.
| Jahr der Anpassung | Zum ausführlichen Ratgeber |
| 2026 | R+V PKV Beitragserhöhung 2026 |
| 2025 | R+V PKV Beitragserhöhung 2025 |
| 2024 | R+V PKV Beitragserhöhung 2024 |
Fünf Fragen zur R+V-Erhöhung, kurz beantwortet
- Wer legt die Erhöhung fest?
Nicht der Vertrieb, sondern die Kalkulation. Ohne Prüfung und Freigabe durch einen unabhängigen Treuhänder wird keine Anpassung wirksam.
- Wann darf überhaupt erhöht werden?
Erst wenn die realen Ausgaben für Leistungen die ursprüngliche Kalkulation um den gesetzlich fixierten Schwellenwert übertreffen. Vorher nicht, dann allerdings verpflichtend.
- Woher kommt der Kostendruck?
Aus vier Richtungen. Behandlungen und Arzneimittel verteuern sich Jahr für Jahr, der medizinische Fortschritt bringt bessere und teurere Verfahren, die Kapitalerträge bleiben teils hinter dem Rechnungszins zurück, die höhere Lebenserwartung fügt weitere Leistungsjahre hinzu.
- Warum kommt es so geballt?
Weil der Schwellenwert kleine jährliche Schritte verhindert. Die Entwicklung mehrerer Jahre landet deshalb gesammelt in einer Runde, das erklärt die Sprunghöhe vieler Anpassungen.
- Ist das eine R+V-Besonderheit?
Nein. Derselbe Mechanismus gilt für jeden privaten Krankenversicherer in Deutschland, Unterschiede zeigen sich nur darin, welche Tarife wann und wie stark betroffen sind.
Ihre Register für eine tragbare PKV-Prämie bis ins Rentenalter
Wie dringend eine Reaktion ist, zeigt oft erst der Blick nach vorn, auf die Jahre ohne Erwerbseinkommen. Diese Register können Sie ziehen.
Tarifwechsel nach §204 VVG
Der Wechsel in einen gleichartigen, günstigeren Tarif der R+V ist Ihr gesetzlicher Anspruch, ganz gleich, wie alt der Vertrag ist. Gesundheitsfragen sind nur für Mehrleistungen des Zieltarifs erlaubt, der Mehrleistungsverzicht beim PKV-Tarifwechsel schafft auch diese letzte Frage aus dem Weg. Alle Stationen des Verfahrens haben wir im Ratgeber zum Tarifwechsel nach §204 VVG innerhalb der PKV-Gesellschaft gebündelt.
Selbstbeteiligung justieren
Ein höherer Eigenanteil senkt den laufenden Beitrag. Maßstab bleibt, dass die gesparten Jahresbeiträge den möglichen zusätzlichen Eigenanteil deutlich übertreffen. Vertiefung bieten die Tipps zur Beitragsoptimierung in der PKV sowie der Ratgeber zur Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung.
Krankentagegeld im Ruhestand streichen
Der Baustein sichert Ihr Erwerbseinkommen ab. Fällt das weg, kann der Baustein gehen und mit ihm sein Beitragsanteil.
Beitragsentlastungstarif
Über diesen Zusatzbaustein bauen Sie Kapital auf, das den Beitrag ab Rentenbeginn planbar senkt. Funktionsweise und Eignung haben wir im Überblick zu den Beitragsentlastungstarifen in der PKV beschrieben.
Beiträge vorauszahlen
Für eine Vorauszahlung der PKV-Beiträge gewähren viele Gesellschaften einen Preisnachlass, Selbstständige nehmen häufig noch einen Steuereffekt mit.
Zwei stille Helfer
Ohne Ihr Zutun arbeiten die Alterungsrückstellungen, die den Beitragsanstieg im Alter abfedern, sowie der gesetzliche Zehn-Prozent-Zuschlag aus den Jahren 21 bis 60, der ab 65 beitragssenkend eingesetzt wird.
Die Notbremse
Standard- und Basistarif begrenzen den Beitrag auf gesetzlich definierte Höchstwerte, das Leistungsniveau liegt dann aber nur noch ungefähr auf Kassenniveau. Diese Option gehört ans Ende der Prüfreihenfolge, nicht an den Anfang.
Praxisfall: So optimiert man seine PKV bei der R+V richtig
Dass der saubere Weg – nämlich der unabhängige, interne Tarifwechsel – phänomenal funktioniert, zeigt ein Blick in unseren Beratungsalltag. Unser Kunde Wolfgang ist Baujahr 1969 und bereits seit vielen Jahren bei der R+V versichert. Für seinen Tarif TN2 zahlt er inkl. gesetzlichem Zuschlag, Krankentagegeld und Pflegeversicherung stolze 1.139,12€ monatlich. So sah seine PKV-Police zum Zeitpunkt des Kennenlernens aus:

Ziel der Optimierung war es, den Beitrag auf ein moderates Niveau zu senken und gleichzeitig möglichst viele Leistungen aufrecht zu erhalten. Wir haben uns demnach auf Tarifsuche innerhalb der R+V begeben und sind fündig geworden. Neben dem Erhalt von Wahlleistungen im Krankenhaus konnte auch die hochwertige Absicherung des Zahnersatzes beibehalten werden. Gleichzeitig konnten wir Wolfgangs Gesamtbeitrag auf 690,41€ monatlich senken. So sieht seine neue PKV-Police aus:

Wolfgang spart damit knapp 450€ monatlich bzw. über 5.000€ jährlich und muss sich aufgrund des Zuschusses der Deutschen Rentenversicherung im Rentenalter keine Sorgen mehr über unbezahlbare Beiträge in der Zukunft machen.
Vier Reaktionen auf die R+V Beitragserhöhung, die Sie teuer zu stehen kommen
Aus vielen Beratungsgesprächen kennen wir die typischen ersten Reaktionen auf eine Anpassungsmitteilung. Diese vier gehen regelmäßig schief, sie kosten selten sofort, dafür zuverlässig über die Zeit.
- Die Mitteilung zu den Kontoauszügen heften
Abheften beendet den Ärger, nicht die Abbuchung. Der neue Beitrag gilt auch ohne Ihre Antwort, geprüft wird er dadurch nie.
- Den beigefügten Tarifvorschlag als Endergebnis nehmen
Ab dem 55. Lebensjahr sind Alternativvorschläge im Anpassungsschreiben gesetzlich vorgeschrieben. Sie taugen als erster Anhaltspunkt, mehr nicht, denn sie bilden nur einen Ausschnitt des R+V-Bestands ab. Verbindlich wird die Antwort erst nach dem Vergleich über sämtliche gleichartigen Tarife.
- Auf ein Urteil hoffen statt auf einen Vergleich
Ob eine Beitragsanpassung in der PKV unwirksam war, klärt sich vor Gericht oft erst nach Jahren, bei offenem Ausgang und eigenem Kostenrisiko. Die fachliche Vorprüfung gehört an den Anfang, nicht die Klageschrift.
- Erst kündigen, dann nachdenken
Die Reihenfolge ruiniert die beste Ausgangslage. Warum, zeigt der folgende Abschnitt.
Anbieterwechsel oder Tarifwechsel: Was die Entscheidung wirklich kostet
Beim Wechsel zu einer anderen Gesellschaft starten Sie als Neukunde, mit heutigem Eintrittsalter, kompletter Gesundheitsprüfung und ohne den Großteil der angesparten Alterungsrückstellungen. Beim internen Tarifwechsel bleibt all das unangetastet, nur der Tarif hinter Ihrem Vertrag ändert sich. Ausführlich abgewogen haben wir das an anderer Stelle, einmal im Vergleich zum Anbieterwechsel in der PKV und einmal unter der Überschrift PKV kündigen: sinnvoll oder teurer Fehler? Realistisch bleibt der Anbieterwechsel eine Option für junge, gesunde Kunden mit kurzer Vertragsdauer, für die meisten Bestandskunden gewinnt der interne Weg.
FAQ – Häufige Fragen zur R+V-Beitragserhöhung 2027
Ab wann gelten die neuen R+V-Beiträge?
Zum 01.01.2027. Das Anschreiben mit Ihren individuellen Zahlen geht Ihnen im Regelfall gegen Jahresende 2026 zu, also mit etwas Vorlauf zum Stichtag.
Ich habe die Versicherung über meine Volksbank abgeschlossen. Wer ist beim Tarifwechsel mein Ansprechpartner?
Ihr Vertrag besteht mit der R+V Krankenversicherung, nicht mit der Bank. Für den Tarifwechsel können Sie sich direkt an den Versicherer wenden oder einen unabhängigen Makler bevollmächtigen, der die Prüfung und Abwicklung übernimmt. Eine Anfrage über die R+V selbst ist jedoch auf o.g. Gründen nicht wirklich zielführend.
Betrifft die Anpassung nur die alten Bisex-Tarife?
Nein. Auf der Liste stehen geschlossene Tarife beider Generationen sowie Tarife aus dem offenen Bestand, die konkreten Werte je Tarif zeigt die Tabelle im Tarifabschnitt.
Kann ich aus einem geschlossenen in einen offenen Tarif wechseln?
Ja, sofern der Zieltarif gleichartige Leistungen bietet. §204 VVG unterscheidet nicht danach, ob ein Tarif noch verkauft wird, entscheidend ist die Gleichartigkeit des Versicherungsschutzes.
Bekomme ich Alternativvorschläge automatisch zugeschickt?
Ab dem 55. Lebensjahr muss die R+V dem Anpassungsschreiben Vorschläge beifügen. Unabhängig vom Alter können Sie jederzeit selbst Tarifwechsel-Angebote anfordern, auch ohne aktuelle Erhöhung. Hier gilt es allerdings zu beachten, dass diese nur selten vollständig sind und meist wichtige Kennzahlen fehlen.
Wie oft darf ich den Tarif wechseln?
So oft Sie möchten. §204 VVG sieht weder eine Wartezeit noch eine Obergrenze vor, sinnvoll ist ein Wechsel natürlich nur, wenn er rechnerisch etwas bringt.
Was bedeutet „gleichartig” beim Tarifwechsel?
Gleichartig ist ein Zieltarif, dessen wesentliche Leistungsbereiche denen Ihres heutigen Tarifs entsprechen, etwa bei ambulanter und stationärer Versorgung sowie beim Zahnschutz. Kleinere Abweichungen sind zulässig, echte Mehrleistungen darf der Versicherer gesondert prüfen oder Sie verzichten darauf.
Fazit zur Beitragserhöhung der R+V 2027
Die Mitteilung der R+V nennt Ihren neuen Beitrag, sonst nichts. Ob dieser Beitrag für Ihre Leistungen angemessen ist, beantwortet erst der Vergleich mit allen gleichartigen Tarifen des Hauses, den das Schreiben nicht mitliefert. Als Spezialist für den PKV-Tarifwechsel holen wir diese Antwort für Sie ein, von der Analyse über den Tarifvergleich bis zur Umstellung. Je länger Ihr Vertrag läuft, desto größer ist erfahrungsgemäß der Spielraum, den so ein Vergleich zutage fördert.

